Service-Orientierung auch ohne XML

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Credit Suisse und Osram gehen das Thema verschieden an, die einen mit Corba, die anderen mit SAP.

Hier lesen Sie…

  • warum die Credit Suisse ihre Architektur neu gestaltet hat;

  • was Managed Interfaces leisten;

  • wo die Gemeinsamkeiten von Objekten und Services liegen;

  • wodurch sich das Credit-Suisse-Projekt von dem bei Osram unterscheidet;

  • weshalb Osram am Ramp-up für XI teilnahm.

Wer Service-orientierte Architektur oder kurz SOA sagt, meint häufig Web-Services - genauer gesagt: "Websphere" von IBM oder die "Enterprise Service Architecture" (ESA) beziehungsweise "Netweaver" von SAP. Doch die Idee entstand unabhängig von den Produktentwicklungen der beiden Anbieter. Das wurde einmal mehr auf dem diesjährigen "Zukunftsforum IT" deutlich, zu dem Euroforum und "Handelsblatt" nach Berlin geladen hatten.

Web-Services waren ein Hauptthema des "Zukunftsforums IT". Foto: Euroforum
Web-Services waren ein Hauptthema des "Zukunftsforums IT". Foto: Euroforum

In ein Zukunftsforum passt das Thema insofern, als Marktbeobachter die ersten auf der SOA-Architektur basierenden Projekte frühestens im übernächsten Jahr erwarten. Doch die Diskussionen und Vorbereitungen sind in vollem Gange: Neben Voice over IP und Sicherheitsfragen gibt es derzeit kaum ein Thema, das die IT-Chefs so stark umtreibt. Service-Orientierung verspricht, die Komplexität der Anwendungslandschaft zu reduzieren und die Prozesse zu beschleunigen.

Als Pionier auf diesem Feld präsentierte sich die Credit Suisse Group (CS). Das in Zürich beheimatete Bankunternehmen hat sich Ende der 90er Jahre entschieden, seine Architektur nach den Prinzipien der Objektorientierung neu zu ordnen. Dazu nutzte es die von der Object Management Group (OMG) spezifizierte Common Object Request Broker Architecture (Corba). Sie dient heute als Integrationsplattform für wiederverwendbare Anwendungsdienste.

Wie in der Bankenwelt üblich, fußten die Credit-Suisse-Anwendungen bis zum Ende des vergangenen Jahrzehnts auf einer stabilen, aber monolithischen und deshalb schwerfälligen Softwareplattform. Die galt es zu modularisieren, berichtete der für die Integrationsarchitektur verantwortliche Claus Hagen.

Der logische Teil ist der schwere