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Service-Framework Itil erhält ein "Refresh"

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die englische Version der neuen Bände ist im April nächsten Jahres zu erwarten.

Die unter dem Namen IT Infrastructure Library (Itil) bekannte Best-Practices-Sammlung für den IT-Betrieb ist derzeit Gegenstand einer Neubearbeitung. In den 90er Jahren für den Hausgebrauch der britischen Regierung formuliert, haben sich vor allem zwei der sieben bis acht Kernbände - "Service Support" und "Service Delivery" - längst als Quasi-Standard für methodenorientierte IT-Abteilungen und Dienstleistungsunternehmen in der ganzen Welt etabliert.

Doch den üblichen Anforderungen an Umsetzungsfreundlichkeit und Praktikabilität hält die Lose-Blatt-Sammlung bislang kaum Stand. Es wurde also Zeit für eine Neugestaltung, so das IT Service Management Forum (itSMF), das global die Weiterentwicklung und die Lizenzierung der Itil-Methoden steuert (siehe Kasten "Das itSMF in Kürze").

Neue Struktur in fünf Bänden

Aus sieben bis acht Kernbänden sollen fünf werden, so will es die neue Itil-Struktur.
Aus sieben bis acht Kernbänden sollen fünf werden, so will es die neue Itil-Struktur.

Mit dieser Überarbeitung, "Itil Refresh" genannt, hat das itSMF, hierzulande ein eingetragener Verein mit weit über 500 Mitarbeitern, diesmal professionelle Autoren beauftragt. Voraussichtlich bis März oder April nächsten Jahres sollen gestandene Itil-Berater oder -Anwender die vorhandenen Inhalte in fünf Bänden neu ordnen und ergänzen: Unter dem Titel "Service Strategies" werden die Grundlagen des Konzepts vorgestellt; die anderen vier Bücher beschäftigen sich mit den Themen "Service Design", "Service Transition", "Service Operation" und "Continuous Service Improvement".

Das itSMF in Kürze

  • Das global agierende IT Service Management Forum, kurz: itSMF (http://www.itsmf.de), hat allein hierzulande rund 540 Mitglieder. Beitreten können Einzelpersonen, aber auch Unternehmen.

  • Die Mitglieder verteilen sich in etwa gleichmäßig auf die Kategorien Anwender, Berater sowie Schulungsanbieter. Allerdings mischen auch die großen Dienstleiter und Softwareanbieter mit.

  • Der Mitgliedsbeitrag ist gestaffelt: Er beträgt 120 Euro im Jahr für eine Person, 600 Euro für kleinere Unternehmen (maximal zehn "Named Accounts"), 1200 Euro für größere Unternehmen (unbeschränkte Anzahl von Accounts).

  • Die Account-Inhaber dürfen sich an den sechs Arbeitskreisen (Operational Service Management, Personen- und Unternehmenszertifizierung, Publikationen, Öffentliche Verwaltung sowie Cobit/Itil) beteiligen. - Zudem sind sie zu dem jährlich stattfindenden Kongress eingeladen, der das nächste Mal am 5. und 6. Dezember dieses Jahres in Stuttgart stattfindet.

  • Dort werden voraussichtlich erstmals Details zur neuen Struktur der IT Infrastructure Library (Itil) veröffentlicht.

Grundlegende Änderungen inhaltlicher Art sind sicher nicht zu erwarten. "Wenn heute etwas Best Practice ist, kann man es morgen nicht neu erfinden", erläutert der deutsche itSMF-Geschäftsführer Hans-Peter Fröschle. Vielmehr beziehe sich die Neugestaltung vor allem auf die Struktur des Rahmenwerks. Dabei verfolge sie vor allem zwei Ziele: Zum einen soll sie die Itil-Methoden leichter umsetzbar machen, zum anderen eine durchgängige Sicht auf den gesamten Service-Lifecycle schaffen. Dieser Sicht ordnen sich dann alle beschriebenen Phasen und Prozesse des IT-Service-Managements unter. Das Lebenszyklus-Konzept wurde von den itSMF-Mitgliedern im Rahmen einer Umfrage und zweier Workshops entwickelt.