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Server-Markt: Sun nimmt den Mund zu voll

26.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Wir freuen uns sehr, dass wir IBM beim Server-Umsatz übertroffen haben", rühmte Ed Zander, President und Chief Operating Officer (COO) von Sun Microsystems, den Erfolg seines Unternehmens am vergangenen Donnerstag. Grundlage für den selbstbewussten Optimismus war eine Studie des Marktforschungsunternehmens Dataquest, derzufolge Sun sich im vergangenen Jahr in den USA die Server-Krone von IBM geschnappt hatte. Trotz der massiven Gewinnwarnung für das laufende dritte Fiskalquartal (Computerwoche online berichtete), zeigte sich die McNealy-Company zuversichtlich, ihren Marktanteil auch bei schwacher Konjunktur behaupten zu können.

IBM verwies nun auf eine andere Dataquest-Studie, in der es um den weltweiten Server-Markt geht. Demnach erwirtschaftete der IT-Riese im vergangenen Jahr 13,74 Milliarden Dollar mit 656.457 verkauften Servern. Sun kam lediglich auf 9,7 Milliarden Dollar (289.040 verkaufte Maschinen), konnte den Betrag gegenüber dem Vorjahresquartal jedoch um 28 Prozent steigern. IBM legte im Vorjahresvergleich lediglich um rund 10 Millionen Dollar zu. Dafür konnte Big Blue aber seine Einnahmen aus dem Verkauf von Unix-Servern vom vierten Quartal 1999 auf das vierte Quartal 2000 um 49 Prozent steigern. Ein Analyst bemerkte dazu: "Es ist das erste Mal seit Jahren, dass ein anderer Hersteller im Unix-Umfeld mit Sun gleichzieht oder das Unternehmen noch übertrifft."

Ein Sun-Sprecher versuchte im Nachhinein die vollmundigen Worte von Zander und Unternehmenschef Scott McNealy zu relativieren: "Die Jungs waren vielleicht ein wenig übereifrig", denn zum Zeitpunkt der Reden habe ihnen die neuste Dataquest-Studie noch nicht vorgelegen. Man habe die Untersuchung zum weltweiten Markt erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.

Hinter IBM und Sun belegt Compaq im weltweiten Server-Markt Rang drei mit einem Umsatzwachstum von 27 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Hewlett-Packard rutschte auf Platz vier ab mit einer Umsatzsteigerung von nur drei Prozent auf 7,16 Milliarden Dollar. Auf dem fünften Rang lag Dell mit Einnahmen von 3,44 Milliarden Dollar und der hohen Wachstumsrate von 72 Prozent.