IDC-Analyse

Server-Markt bricht erneut um 30 Prozent ein

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Zum vierten Mal in Folge stürzen die weltweiten Quartalsumsätze mit Servern ab.

Laut einer aktuellen IDC-Studie erreichten die weltweit erzielten Umsätze mit Server-Systemen im zweiten Quartal 2009 den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1996. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 gingen die Einnahmen noch einmal um gut 30 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar zurück. Damit sind die Umsätze auf Quartalsbasis das vierte Mal in Folge eingebrochen.

Die Nachfrage sei weiterhin schwach, der Druck auf die IT-Budgets halte unvermindert an, erklärt IDC die Entwicklung. Dennoch rechnen die Auguren mit einer Stabilisierung des Markts in der zweiten Jahreshälfte 2009. Die Erholung werde bereits im nächsten Quartal einsetzen, erwartet IDC-Analyst Daniel Harrington. Mit einer Rückkehr zu einem halbwegs stabilen Wachstum rechne IDC aber erst im Jahr 2010. Etliche Unternehmen würden dann ihre Budgets wieder aufstocken und IT-Systeme modernisieren.

Gemessen an den Umsätzen im abgelaufenen zweiten Quartal liegt IBM vor Hewlett-Packard (HP) und Dell. Sun behauptet Rang vier vor Fujitsu (siehe auch: IBM stößt Hewlett-Packard vom Thron). Dabei musste Sun Microsystems mit einem Umsatzrückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr den größten Rückschlag verkraften. Harrison führt den Einbruch vor allem auf die ungewisse Zukunft von Suns Hardwaregeschäft im Zuge der Übernahme durch Oracle zurück. Betrachtet man den Server-Markt nach der Bauart, so zeigte sich allein für Blade-Server ein kleiner Lichtblick. Die Umsätze mit Blade-Systemen gingen im Jahresvergleich vergleichsweise moderat um rund 12 Prozent zurück.