Big Data, Cloud Computing und Virtualisierung

Server 2013 - Neue Technologien und Trends

Bernhard Haluschak
Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei TecChannel tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Worauf müssen sich die Serververantwortlichen im Jahr 2013 einstellen? Statements zu dieser Frage geben Serverexperten von Dell, Fujitsu, IBM und Oracle ab. Hauptthemen sind und bleiben Big Data, Cloud Computing und die übergreifende Servervirtualisierung sowie deren Management.

Einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge ist 2013 Cloud Computing mit 59 Prozent das Top-Thema bei den Unternehmen. Auf Platz zwei folgt mit 48 Prozent Mobile Anwendungen, und Big Data belegt mit 37 Prozent den dritten Platz.

Allerdings prognostizieren die Markforscher IDC und Gartner nur ein leichtes Marktwachstum im Serverumfeld. Treibende Technologien sind dabei ebenfalls Cloud Computing und Big Data.

Die knappen Budgets in den IT-Abteilungen und die steigenden Kosten für Energie zwingt die IT-Verantwortlichen, ihre Serverinfrastruktur zu konsolidieren. Darüber hinaus müssen Aspekte wie Cloud-Services, Big Data und Virtualisierung berücksichtigt werden. Doch in erster Linie ist das Ziel, veraltete Systeme durch moderne, leistungsfähige Server zu ersetzen. Diese sollen energieeffizient arbeiten, eine hohe skalierbare Performance aufweisen und eine hohe Verfügbarkeit besitzen.

Der Wandel im Bereich Serverhardware wird hauptsächlich durch den Einsatz von Virtualisierungs- und Cloud-Technologien begünstigt. Dieser Trend erfordert aber, dass die Anforderungen an das Management und den Service einer solchen IT-Infrastruktur in die Planung beziehungsweise Kostenstruktur der Rundumerneuerung einbezogen werden.

Wie sich der Serverbereich im Jahr 2013 mit Blick auf die genannten Themen entwickelt, erläutern folgende Experten:

  • Peter Dümig, Field Product Manager Enterprise Solutions MLP; Dell

  • Sascha Denz, Business Development Rack- und Towerserver SCC Server & Virtualization Solution, Fujitsu

  • Volker Kuhm, IBM STG Sales - Leading Technical Sales Professional / Client Technical Architect, IBM Deutschland GmbH

  • Rolf Kersten, Direktor Hardware Produkt Management Europe North, Oracle Deutschland

Serverlandschaft im Umbruch

Wir haben die Serverexperten gefragt: Wie sehen Sie die Entwicklung der Marktanteile von Tower-, Rack- und Blade-Servern und von virtuellen Servern?

Peter Dümig, Dell: "Ich erwarte eine weitere Verschiebung von Tower-Servern hin zu Rack- und Blade-Servern beziehungsweise virtuellen Servern. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen werden viele kleine Tower-Server mittelfristig durch virtuelle Instanzen lokal oder in der Cloud ersetzt, und diese laufen typischerweise nicht auf Tower-Servern. Zum anderen hat die große Mehrheit der Unternehmen einen 19-Zoll-Schrank, in den dann auch die Server eingebaut werden."

Sascha Denz, Fujitsu: "Der Virtualisierungs- und Konsolidierungsgrad nimmt weiter zu und damit der Bedarf an höherwertigeren und leistungsfähigeren Systemen."
Sascha Denz, Fujitsu: "Der Virtualisierungs- und Konsolidierungsgrad nimmt weiter zu und damit der Bedarf an höherwertigeren und leistungsfähigeren Systemen."
Foto: Fujitsu

Sascha Denz, Fujitsu: "Im vor uns liegenden Jahr wird sich den Trend der Vorjahre fortsetzen: Der Virtualisierungs- und Konsolidierungsgrad nimmt weiter zu und damit der Bedarf an höherwertigeren und leistungsfähigeren Systemen. Entsprechend wird sich das auf die Gesamtstückzahlen auswirken, die weiter zurückgehen werden. Dabei geben Rack- und Blade-Server kleine Marktanteile an den neuen Formfaktor Multi-Node ab. Bei den Tower-Servern sehen wir einen leichten Rückgang, da im Zuge der Konsolidierung bei Unternehmen mit Niederlassungen die Kapazitäten abgebaut und in ein zentrales Rechenzentrum verlagert werden."

Volker Kuhm, IBM: "Der Anteil virtueller Server wird im Zuge der Entwicklung zu großen konsolidierten Einheiten eher zunehmen. Im physischen Bereich werden weiter Rack- und Blade-Server in weiterentwickelten Formformaten - beispielsweise in Kompaktbauweise - gefragt sein. Darüber hinaus wird es einen steigenden Bedarf an integrierten Systemen geben, die die Komplexität weiter reduzieren helfen. "

Rolf Kersten, Oracle: "Durch den Trend zu Konsolidierung, Virtualisierung und Cloud Computing erwarten wir auch weiterhin die Migration weg von dezentralen Tower-Servern hin zu zentral verwalteten Grids von Rack- und Blade-Servern. Virtualisierte Server sind zunehmend die Default-Umgebung, in die neue Applikationen ausgerollt werden, vor allem im Unix-, aber auch im Linux-Bereich."

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