"Buchtipp"

Selbstverteidigung im Job

ist Chefredakteur von Managementbuch.de
Der Chef putzt mich herunter. Der Partner macht mir mit Vorwürfen das Leben schwer. Wer darauf keine Antworten findet, sollte Peter Räfle lesen.
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Sein Buch bietet, was es im Titel verspricht: "Das Ende des Schreckens, Selbstverteidigung in Beruf und Alltag. Eine Anleitung, um sich erfolgreich zu wehren." Asiatische Selbstverteidigungstechniken brachten den Psychotherapeuten auf die Idee, gegen die häufigste Form der Aggression, nämlich Verbalattacken, ein wirkungsvolles System zu entwickeln. Seine "effektive Abwehr" stellt wettbewerbsorientiertes Denken auf den Kopf: "Das Ziel ist nicht auf das Gewinnen des Kampfes ausgerichtet, sondern auf das Vermeiden der Niederlage. Also Druck herausnehmen. Den Angreifer ins Leere laufen lassen."

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Angreifer haben immer die besseren Karten. Sie wählen die Waffen, den Ort und die Taktik. Wenn sie mit Worten angreifen, haben sie das meistens Tausende Mal erprobt und sich darin perfektioniert. Eine Messerattacke wehrt man nicht mit einem Messer ab, sondern besser mit etwas, das Distanz schafft - mit einem Stuhl beispielsweise. Genauso gilt es bei verbalen Angriffen Distanz zu schaffen. Räfles Abwehrprogramm beinhaltet eine dreistufige Situationsanalyse:

  1. Identifizierung (die sprachlichen Modelle durchschauen, mit denen andere Druck aufbauen).

  2. Das schlimmstmögliche Ende abschätzen (droht die Kündigung?).

  3. Die Abwehr geordnet anwenden.

Damit ist Räfle beim Kern seiner Strategie. Er empfiehlt, sich eine Handvoll Sätze einzuprägen, die alle mit "Das" beginnen. "Das reicht." "Das geht nicht." Oder "Das sagt der Richtige." Räfle rät, diese Sätze so lange zu wiederholen, bis der Aggressor einsieht, dass er bei Ihnen auf Granit beißt. Also kein "Ich" verwenden, kein "Du". Nicht argumentieren, sondern den Angriff zurückweisen.

Wolfgang Hanfstein ist Chefredakteur von www.Managementbuch.de.

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