IT-Sicherheit: Auslagern oder inhouse organisieren?

Security-as-a-Service für den Mittelstand

Rüdiger Trost ist Sicherheitsexperte bei F-Secure und berät Unternehmen bei der Erstellung von umfassenden Sicherheitskonzepten und unterstützt diese bei der Implementierung der Sicherheitslösungen. Darüber hinaus hält der passionierte Hobbyfotograf Vorträge auf verschiedenen Veranstaltungen zu den Themen "Cybercrime & Cyberwar" sowie "Data Privacy". 
Sicherheit Marke Eigenbau oder Security als Dienstleistung - das ist oft eine ideologische Frage. Die Einstellungen schwanken zwischen ausgeprägter Vorsicht und einer gewissen Sorglosigkeit. Gefragt ist eine nüchterne Analyse dessen, was Service- und Inhouse-Security-Lösungen leisten.

Security-as-a-Service ist vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 150 Clients eine attraktive Möglichkeit, die Verwaltung der Sicherheit - und damit auch ein wenig Verantwortung - in dritte, kompetente Hände zu geben. Wer keine eigene IT-Abteilung hat oder keinen externen Systemadministratoren einstellen will und kann, ist damit gut bedient. Zudem müssen Unternehmen ihre Sicherheitskompetenzen auch bei Diensten nicht aus der Hand geben. Ein Kunde kann sich immer noch einen Zugriff auf sein System vorbehalten oder Leserechte erhalten.

Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Kunden gerade die vollständige Auslagerung suchen. Doch nicht nur Service Provider oder Distributoren können Sicherheit für Kunden verwalten: Auch Unternehmensadministratoren können die Lösung mit einem eigenen Profil verwenden und Filialen ihres Unternehmens zentral remote schützen.

Kunden eines SaaS-Anbieters profitieren von einer Lösung, die unabhängig von Zeit und Ort mit hinreichender Sicherheit den Abwehrstatus des Unternehmens effektiv verwalten und Gefahren abwehren kann. Eine Browser-unabhängige, Cloud-basierte Lösung ermöglicht es, alle Funktionen von einem Smartphone und einem Tablet aus zu bedienen. Im Online-Management-Portal sieht der Administrator auf einen Blick die komplette Gerätelandschaft mit dem Sicherheitsstatus des Systems und der Virendefinitionen.

Ein SaaS-Dienst weist Geräten einzelne Sicherheitsprofile zu. Vordefinierte Profile können auch individuell editiert werden. Die Profile bieten hinreichenden Schutz für verschiedene Nutzungssituationen und sehen verschieden strikte Sicherheitsregeln vor. Ein Laptop im Außeneinsatz, der eine Verbindung mit Netzwerken außerhalb der Büroräumlichkeiten aufnehmen muss, verbietet zum Beispiel dem Anwender in jedem Fall, die Sicherheitseinstellungen zu ändern. Für erfahrene User oder falls dies aus bestimmten Gründen notwendig ist, lässt sich ein anderes Profil wählen, das solche Änderungen erlaubt.

Auch mobile Geräte können verwaltet werden. Schon eine Diebstahlsicherung gibt durch Sperren als gestohlen gemeldeter Geräte einen wichtigen Schutz. Eine Überwachung der mobilen Geräte ist zwar technisch sicher möglich, aber gute Lösungen unterlassen eine solche datenschutzrechtlich nicht erlaubte Vorgehensweise.

Darüber hinaus bietet eine Software-as-a-Service-Lösung einen Überblick über die Konfigurationen eines einzelnen Systems. Zugehörigkeiten zu Gruppen, IP-Adressen oder auch WINS-Name und DNS-Name lassen sich einfach abfragen. Ein Lizenzmanagement erleichtert ebenfalls die einfache Verwaltung dieser sicherheitsrelevanten Geräteeigenschaft, denn nicht mehr lizenzierte Lösungen werden auch nicht mehr upgedatet und so zur Sicherheitslücke.

Nach einer einmaligen Einrichtung des Dienstes ist die Verwaltung mit diesen Mitteln denkbar einfach und kostet wenig Zeit. Durch die verschiedenen Ansichten lässt sich schnell erkennen, wo Handlungsbedarf etwa in Sachen Virusdefinition besteht. Die Performance des Netzes wird durch die kleinen Eingriffe im Alltag kaum geschmälert. Sogenannte Neighbourcast-Technologien erlauben die Verteilung eines Updates durch einen Client auf benachbarte Clients und sparen weiter Bandbreite. Verschlüsselte Kommunikation zwischen geschützten Geräten, Servern und dem Portal sorgen für Sicherheit.

Software-Updating per SaaS

Doch Sicherheit ist nicht nur eine Frage von aufgespielten Virus-Definitionen. Nicht aktualisierte Software stellt mittlerweile das Hauptrisiko für die Datensicherheit in Unternehmen dar. Nicht gepatchte Software ist erste Anlaufstelle für gezielte Angriffe. Unterlassene Patches reißen Sicherheitslücken auf. Gerade deshalb stellt Software-Updating einen integralen Bestandteil eines Security-as-a-Service-Angebots dar.

Patching und Updating sind eine lästige Übung. Oft bleibt in der Realität gerade mal für Microsoft-Updates Zeit, während der Aktualisierungsprozess für Anwendungen anderer Hersteller entweder unkoordiniert abläuft oder völlig ausfällt. Ein händisches Updating von Software ist schon für große Unternehmensnetzwerke sehr aufwendig, kleinere Unternehmen sind damit überfordert. Das rechtzeitige vollständige Ausrollen aktueller Software-Updates im ganzen Unternehmen lässt sich nur durchführen, wenn dieser Prozess zentral geregelt, automatisch durchgeführt und überwacht wird. Da ist es oft am besten, wenn er als Software-as-a-Service ausgelagert wird.

Software-Updater: Der Dienst von F-Secure überwacht den Patch-Level der Clients automatisiert.
Software-Updater: Der Dienst von F-Secure überwacht den Patch-Level der Clients automatisiert.
Foto: F-Secure

Ein Update-Dienst stellt das Aktualisieren von Betriebssystemen und Applikationen in einem Unternehmen jederzeit sicher. Proaktiv erfolgt der Scan der Kundenrechner auf eventuell schon vorhandene sicherheitsrelevante oder auch andere Updates sowie auf installierte Service Packs. Dabei berücksichtigen umfassende Dienste nicht nur Microsoft-Windows-Service-Packs, sondern auch und vor allem die 3rd-Party-Updates, die häufig unregelmäßig erfolgen. Ein Scan Updater unterscheidet zwischen sicherheitskritischen, wichtigen und weniger wichtigen Updates und priorisiert dabei alle verfügbaren Versionen.

Der Administrator triggert nach Erhalt des Statusberichtes dann die entsprechenden Updates an. Auf Wunsch kann die automatische Aktualisierung sofort durchgeführt oder für einen festgesetzten regelmäßigen Termin geplant werden. Bei einer solchen Lösung übernimmt ein Anti-Virus-Client neben der Absicherung gegen Viren und Hacker auch die Softwareaktualisierung. Je nach Bedarf können Gruppen von Rechnern oder auch einzelne Geräte upgedatet werden. Über die durchgeführten Updates lassen sich detaillierte Reportings anlegen.

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