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Secret Service gibt Suche nach verlorenen Daten auf

04.04.2006
Der US-Geheimdienst Secret Service hat die Akten über mehrere Fälle von massiven Datenverlusten geschlossen. Aufklärung darüber, was mit Bändern und den darauf deponierten Daten von Hundertausenden von US-Bürgern passierte, die Sicherheitsdienstleister verloren hatten, gibt es nicht.

Der Secret Service hat jetzt drei Fälle zu den Akten gelegt, bei denen jeweils vertrauliche Daten, die auf Bandmedien gespeichert waren, abhanden gekommen waren. Die Bank of America, die Citigroup und Time Warner hatten die Datenverluste im vergangenen Jahr melden müssen.

Die Daten beziehungsweise Bänder sind nie gefunden worden, erklärte jetzt ein Geheimdienst-Angestellter. Dale Pupillo, Special Agent im Secret Service und mit der Untersuchung von Kriminalfällen betraut, sagte, man könne nicht sagen, was mit den Bändern geschehen sei. Beim Secret Service gehe man aber davon aus, dass die Datenträger während des Transports verloren gingen oder auf diesem Weg entsorgt wurden. "Sie wurden beschädigt oder vernichtet. Wir verdächtigen niemanden, dass er die Daten mit Vorsatz gestohlen hat".

2005 als Jahr der Datenverluste

Im vergangenen Jahr waren großen US-Unternehmen in mehreren Fällen auf Bändern gespeicherte vertrauliche Daten von Firmenkunden abhanden gekommen.

Unter anderem war Affiliated Computer Services (ACS), einem externen Dienstleister, der seit Dezember 2002 einen Teil der softwaregestützten Personalbearbeitung für Motorola erledigt, zwei Computer mit Daten von Firmenangehörigen gestohlen worden. Allerdings sollen keine Daten über finanzielle Interna bei dem Computerklau entwendet worden sein.

Kurz zuvor hatte der Paketdienst United Parcel Service (UPS) eingestehen müssen, dass er auf Bändern abgelegte Daten von 3,9 Millionen Kunden der Citigroup-Bank verloren hat. MCI war zuvor ein Laptop abhanden gekommen, auf dem persönliche Daten von 16.500 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern gespeichert waren. Iron Mountain, wie MCS ebenfalls ein externer Dienstleister, der für Time Warner arbeitet, hatte ebenfalls Bänder verloren, auf denen Informationen von 600.000 ehemaligen und noch beim Medienunternehmen beschäftigten Mitarbeitern niedergelegt waren.

Zum Ende des Jahres 2005 musste Marriott melden, dass ihre Timeshare-Sparte auf Tapes gespeicherte persönliche Daten wie Kreditkarten- und Kontonummern von 200.000 Personen verloren hatte.

Die britische Großbank HSBC Plc. hatte im Frühjahr 2005 Kunden in einem Brief davon informiert, dass ihre Kreditkartendaten in kriminelle Hände gefallen sein könnten. Betroffen scheinen nach einem Zeitungsbericht 180.000 Menschen, die mit der Mastercard bei der Bekleidungskette Polo Ralph Lauren Corp. Einkäufe bezahlten. Die Bank gab den Kunden den Rat, ihre Kreditkarten auszutauschen. (jm)