Mini-Betriebssysteme

Sechs Linux-Varianten für besondere Einsätze

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
"Puppy Linux" und "Damn Small Linux" starten vom USB-Stick. "antiX Linux" und "SliTaz Linux" reanimieren veraltete PCs. "GParted Live" und "SystemRescueCD" machen defekte Rechner flott.

Eine besondere Stärke von Linux ist es, sehr flexibel und anpassbar zu sein. Von den vielfältigen Möglichkeiten des Betriebssystems macht die Open-Source-Community fleißig Gebrauch. Schlaue Entwickler haben Lösungen für spezielle Anwendungen geschaffen (siehe auch "Best of Open Source: die besten Anwendungen für Netze"). Anwender können daher für fast jede Herausforderung eine Tool-Sammlung finden, erfreulicherweise sind die Softwarepakete umsonst. Ausprobieren kostet also nichts.

Das Testlabor der US-amerikanischen COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation "Infoworld" hat sich einige Linux-Ausführungen näher angeschaut und insgesamt sechs Entwicklungen für drei Anwendungsfälle herausgesucht:

Mini-Linux für den USB-Stick

Für Technik-Freaks ist es eine besondere Herausforderung, ein Betriebssystem mit möglichst vielen Funktionen und einem Footprint von weniger als 100 MB zu entwickeln. Doch abseits des Entwicklerehrgeizes haben diese Mini-Betriebssystems unstrittige Vorteile: Sie sind mobil und sehr genügsam, was die Hardware-Anforderungen betrifft. Auf einem USB-Stick gespeichert passen sie in jede Hosentasche, so dass der Nutzer beispielsweise unterwegs - etwa im Internet-Cafe - den Rechner vom USB-Stick starten und jederzeit mit der gewohnten Oberfläche arbeiten kann. Zudem beanspruchen die Schmalspur-Betriebssysteme kaum Speicherplatz und Prozessorleistung. Damit sind die Linux-Ausführungen prädestiniert für den Einsatz auf einer virtualisierten Maschine (etwa VMware Workstation oder Sun xVM Virtual Box), denn oft genügt 256 MB Arbeitsspeicher. Damit schaffen die schlanken Systeme auf dem virtualisierten Rechner Platz für Windows, denn ein voll aufgeblasenes Microsoft-Betriebssystem nimmt seinen Dienst erst auf, wenn 1 GB RAM und mehr zur Verfügung stehen (siehe auch "Windows 7 - endlich alles gut?").

Die Infoworld hat mit Puppy Linux und Damn Small Linux zwei ihrer Meinung zufolge besondere geeignete Lösungen herausgesucht und getestet.