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SEC nimmt ehemalige Lucent-Manager ins Visier

13.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen aggressiver Verkaufspraktiken droht zwei ehemaligen Führungskräften des US-amerikanischen TK-Ausrüsters Lucent nun eine Zivilklage von der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat die Aufsichtsbehörde so genannte Wells Notices an Nina Aversano, die ehemalige Leiterin des Verkaufs Nordamerika, und William Plunkett, den ehemaligen Senior Vice President für Verkauf, geschickt. Die Mitteilungen ermöglichen es den Betroffenen, zu den Anschuldigungen Stellung zu nehmen, ehe sich die SEC zu einer Klage entschließt.

Die Börsenaufsicht hatte im Februar eine zweijährige Untersuchung wegen Lucents Bilanzierungspraktiken abgeschlossen. Auslöser war eine Mitteilung des Unternehmens im Dezember 2000, dass 679 Millionen Dollar Umsatz falsch verbucht worden waren. So habe eine interne Prüfung ergeben, dass Lucent zur Umsatzsteigerung die als "Stuffing the Channel" bekannte Methode eingesetzt hatte. Dabei wurden die Einnahmen für an Distributoren verkauftes Equipment ausgewiesen, die Geräte anschließend jedoch wieder zurückgegeben. Während das Unternehmen selbst mit der SEC einen Vergleich erzielte und weder Strafen noch Gebühren zahlen musste, drohen den beiden Führungskräfte nun unter Umständen rechtliche Konsequenzen. (mb)