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Sebastian Thrun startet Online-Bildungsplattform Udacity

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Sebastian Thrun hat auf dem Innovationskongress DLD in München seine neue Online-Bildungsplattform "Udacity" vorgestellt.

Thrun ist Forscher bei Google - dort arbeitet er unter anderem an Streetview und fahrerlosen Autos - und war früher auch Professor an der US-Eliteuniversität Stanford. Dort wieder zu unterrichten, kann er sich heute nicht mehr vorstellen: Vor einiger Zeit setzte er einen-Stanford-Kurs zu künstlicher Intelligenz in einen Online-Kurs mit Videoaufgaben um. Nach nur einer "Werbemail" für das kostenlose Angebot unterrichtete Thrun plötzlich 160.000 Menschen rund um den Globus statt 200 zahlende Elitestudenten in Kalifornien. Und sogar in dem zeitgleich noch vor Ort in Stanford gegebenen Kurs leerte sich bereits nach drei Wochen der Seminarraum zusehends - die Studenten mochten ihren Professor Thrun einfach lieber auf Video http://www.ai-class.com.

Nach reiflicher Überlegung ist Sebastian Thrun daher nun zu dem Schluss gekommen, dass es auch im Bildungswesen endlich Zeit für den Einsatz von moderner Technik ist. Ausgerechnet die Universität mit ihren Vorlesungen habe sich im Prinzip seit 1000 Jahren nicht verändert und gehöre zu den am wenigsten innovativen Bereichen der Gesellschaft. Mit Udacity will er Bildung demokratisieren und interessierten Menschen weltweit einfacher zugänglich machen. "Ich habe die rote Pille genommen", scherzte Thrun bei DLD (statt der blauen = zurück nach Stanford). Bewogen zu dem Wagnis hat ihn auch das unglaublich positive und motivierende Feedback seiner ersten Online-Studierenden. Für Udacity hofft Thrun gleich mal auf 500.000 Anmeldungen.