Open Source

Scribus bietet kostenloses DTP unter Linux, Windows und Mac

Schulze ist freier Autor der Website CIO.de und dem CIO-Magazin.
Wer Schulungsunterlagen oder Mitarbeiterinformationen ansprechend gestalten will, stößt mit einer Textverarbeitung schnell an Grenzen. Hier eignen sich DTP-Programme (Desktop Publishing) besser. Ein kostenloser Vertreter dieser Kategorie ist das Open-Source-Tool Scribus. Die Software steht für Linux, Windows und MacOS zum Download bereit.

Das DTP-Tool basiert auf den Qt-Bibliotheken von Trolltech. Diese werden bei der Windows-Portierung gleich mit dem Installer mitgeliefert. Die grafische Benutzeroberfläche hat wie bei den meisten Qt-Anwendungen das Aussehen einer KDE-Applikation unter Linux. Dennoch können auch Windows-Anwender das Programm weitgehend intuitiv bedienen.

Scribus bietet alles, was für kleinere Layout-Aufgaben im Büro notwendig ist: Verschiedene Vorlagen für Flyer oder andere gängige Drucksachen sind bereits enthalten, neue Templates kann der Nutzer einfach erstellen. Wie bei den meisten DTP-Programmen spielen Rahmen für die verschiedenen Layout-Elemente eine zentrale Rolle. Texten und Bildern weist der Anwender spezifische Rahmen zu, die er unabhängig voneinander platziert und bearbeitet. Scribus verfügt über ähnliche Bearbeitungsmöglichkeiten wie vergleichbare kommerzielle Programmen wie "Publisher" von Microsoft. Texte können wahlweise direkt im Rahmen editiert werden, oder sie lassen sich in einem separaten Dialog verändern. Das Auszeichnen der Texte - also Fettungen oder die Wahl der Schriftart - ist jedoch nur im Eigenschaften-Dialog möglich, ebenso das Anpassen von Bildern. Diese Arbeitsweise ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Nach kurzer Einarbeitung geht allerdings auch damit die Dokumentenerstellung flott von der Hand.

Die grafische Benutzeroberfläche hat wie bei den meisten Qt-Anwendungen das Aussehen einer KDE-Applikation unter Linux. Dennoch können auch Windows-Anwender das Programm weitgehend intuitiv bedienen.
Die grafische Benutzeroberfläche hat wie bei den meisten Qt-Anwendungen das Aussehen einer KDE-Applikation unter Linux. Dennoch können auch Windows-Anwender das Programm weitgehend intuitiv bedienen.

Ein großer Vorteil von Scribus gegenüber kommerziellen Anwendungen ist der Open-Source-typische Einsatz von offenen Datenformaten. Das Tool speichert Projekte in XML-Dateien, die bei Bedarf mit anderen Applikationen weiterverarbeitet werden können. Um Dokumente in den Druck zu geben, bietet Scribus den allgemein üblichen Export als PDF oder EPS an. Farbseparierte PDFs beherrscht Scribus nicht, dieses Merkmal ist den komplexen Layout-Programmen wie "Quark Express" oder "Adobe Indesign" vorbehalten.

Fazit

Scribus ist ein leistungsfähiges, kostenloses DTP-Tool, das zumindest für wenig komplexe Layout-Aufgaben den Vergleich mit kommerzieller Software nicht zu scheuen braucht. Etwas Einarbeitung ist aber notwendig. (fn)