Web

Früherer Sun-Chef

Scott McNealy ist zurück als CEO

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Scott McNealy war ziemlich abgetaucht, seit Oracle Sun Microsystems 2010 übernommen hatte. Jetzt meldet er sich zurück.

Der langjährige CEO und später Chairman von Sun ist seit kurzem CEO des Startups Wayin mit Sitz in Denver, Colorado. Wayin hilft Unternehmen dabei, Beiträge aus sozialen Netzwerkern wie Facebook oder Twitter in Marketing-Botschaften zu verwandeln. Scott McNealy, mittlerweile 60 Jahre alt, hatte Wayin schon 2010 mit aus der Taufe gehoben. Die Company hatte sich zunächst als Web-basierende Frage-Antwort-Community versucht, berichtet das "Wall Street Journal", sich dann aber wegen Erfolglosigkeit neu positioniert (das dürfte McNealy nach vielen Jahren Sun nicht besonders schwer gefallen sein ;-)

Scott McNealy, mittlerweile CEO von Wayin
Scott McNealy, mittlerweile CEO von Wayin
Foto: Wayin

Dank seiner guten Vernetzung hatte Scott McNealy aber schon für den ursprünglichen Business Plan von Wayin Branchengrößen wie Hasso Plattner, den früheren Motorola-Chef Chris Galvin oder den bekannten Silicon-Valley-Anwalt Larry Sonsini als Investoren gewonnen. Bis dato hat die Firma gut 33 Millionen Dollar Finanzierung erhalten; unter ihren 55 Festangestellten sind viele frühere "Sunnies".

Mit den Lösungen von Wayin kann man laut McNealy zum Beispiel einen laufenden Stream von Kommentaren und Fotos zu den Produkten von Kunden - zu denen gehören Adobe, die Denver Broncos, HP oder der Weather Channel - erzeugen, den man dann auf Webseiten, Lobby-Displays oder Riesenbildschirmen in Stadien anzeigen kann (hm, Twitterwalls sind eigentlich nichts Neues, Anm. d. Red.). Dass das ein großes Geschäft wird, wagt der Forrester-Analyst Nate Elliot allerdings zu bezweifeln. "Viele Firmen können die Social-Daten anzeigen, die sie gesammelt haben", so der Experte. "Das ist ein ziemlich limitierter Markt." Scott McNealy hofft aber darauf, dass Konkurrenten verschwinden werden. "Es wird eine Menge Konsolidierung geben im Bereich Social Media", glaubt der Wayin-Chef.