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Scott McNealy befürwortet totale Überwachung

12.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In einer gewohnt markigen Rede auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas fantasierte Sun-Chef Scott McNealy über den Einfluss zukünftiger Computertechnologie auf unser Leben. Seine Visionen kommen Orwellschen Horrorszenarien ziemlich nahe.

So hätte er keine Probleme damit, seinem Kind einen Computerchip zu implantieren, um ständig darüber informiert zu sein, wo es sich befinde, erklärte der Sun-Boss. Das Gleiche gelte für seinen Wagen, über dessen Standort er informiert sein möchte, wenn sein Sohn sich das Gefährt ausleihe. Mögliche Einwände wischte McNealy von vornherein beiseite: "Manche Leute würden dies ‘Big Brother’ nennen, ich nenne es, ein Vater zu sein.“

Ferner findet es der Chef das kalifornischen Computerunternehmens in Ordnung, wenn möglichst viele Überwachungskameras aufgestellt würden. Dies mache die Welt sicherer, glaubt McNealy. Mit seinen Thesen stößt der Lenker von Sun Microsystems allerdings auf Unverständnis bei vielen Anwendern. Gerade als Reaktion auf die immer weitere Ausbreitung des Internet, achten immer mehr Leute auf den Schutz ihrer Privatsphäre. McNealy scheinen diese Sorgen nicht zu kümmern: "Es gibt keine Privatsphäre, finde dich damit ab“, lautete der lapidare Kommentar des Sun-Chefs zu diesem Thema, als er anlässlich einer Produktvorstellung im letzten Jahr darauf angesprochen wurde.