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SCO will Beweise für Code-Diebstahl vorlegen und Torvalds nicht verklagen

30.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am Mittwoch von US-Medien veröffentlichte Berichte, SCO werde nach IBM auch Linus Torvalds vor Gericht bringen, wies Darl McBride, Chef der Unix-Firma, nun zurück. Man sehe zurzeit keinen Grund, einen Prozess gegen den Kopf der Linux-Bewegung anzustrengen. Den Zeitungsberichten zufolge soll SCO eine Klage gegen Torvalds davon abhängig machen wollen, ob sich die Linux-Distributoren und Großanwender des Betriebssystems bereit finden, Unix-Lizenzen von SCO zu erwerben.

Torvalds selbst blieb gelassen. Eine Klage sei nicht unvorstellbar, er glaube jedoch nicht, dass SCO gewinnen könne. "Ich weiß nicht, was sich SCO von einer Klage gegen mich verspricht, aber das Unternehmen scheint nicht sehr rational zu handeln", heißt es in einem Statement des Linux-Vorreiters. Er unterstütze die Kritik der Linux-Community an SCOs Vorgehen, hoffe aber, dass in Online-Foren wie Slashdot geäußerte Aufforderungen, DoS-Attacken gegen die Website des Unternehmens zu starten, nicht in die Tat umgesetzt werden.

Unterdessen hat SCO angekündigt, im Juni die Codezeilen zu zeigen, die angeblich eins zu eins von Unix in Linux übernommen worden sind. Allerdings sollen nur ausgesuchte Personen, darunter unabhängige Gutachter, die ein Stillhalteabkommen unterzeichnen, Einblick erhalten. Betroffene Hersteller, Anwender und die Linux-Community müssen folglich weiter über die Relevanz von SCOs Behauptungen rätseln. (lex)