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SCO verklagt AutoZone und DaimlerChrysler

03.03.2004
SCO hat AutoZone wegen der Nutzung von Linux und DaimlerChrysler wegen Verstoß gegen dessen vorhandene Unix-Lizenz verklagt und fordert von beiden Schadenersatz in unbekannter Höhe.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die SCO Group hat nun heute Morgen US-Zeit wie angekündigt das Linux-Anwenderunternehmen benannt, das sie als erste wegen Copyright-Verstößen verklagt. Es handelt sich nicht etwa - wie im Vorfeld des Öfteren spekuliert - um Google, sondern den in Memphis ansässigen, NYSE-notierten und in der Fortune-500-Liste geführten Autozubehörhändler AutoZone (5,46 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2003).

In SCOs Klage heißt es: "AutoZone hat SCOs Unix-Copyrights verletzt, indem es Versionen des Linux-Betriebssystems betreibt, die Code, Strukturen, Sequenzen und/oder Aufbau aus SCO proprietärem Unix-System-V-Code enthalten und damit gegen SCOs Copyrights verstoßen." Die Klage wurde nach Angaben von SCO beim Bezirksgericht in Nevada eingereicht und fordert eine Unterlassungserklärung bezüglich weitere Nutzung oder Kopierens irgendeines Teils urheberrechtlich geschützter SCO-Materialien sowie Schadenersatz in im Laufe des Verfahrens noch zu ermittelnder Höhe.

Update: Inzwischen hat SCO noch eine zweite Klage angekündigt, und zwar gegen DaimlerChrysler, das gegen seine vorhandene Unix-Lizenz verstoßen haben soll. Mehr dazu hier.

Außerdem veröffentlichte die SCO Group Zahlen zum Ende Januar abgeschlossenen ersten Fiskalquartal. Der Umsatz im Berichtszeitraum ging auf 11,4 Millionen Dollar zurück im Vergleich zu 13,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. 9,7 Millionen stammten aktuell aus dem Produkt- und 1,7 Millionen Dollar aus dem Servicegeschäft. Die SCOsource-Lizenzeinnahmen betrugen lediglich 20.000 Dollar.

Der operative Quartalverlust stieg im Jahresvergleich von 738.000 auf 5,2 Millionen Dollar, unterm Strich steht ein Nettoverlust von 2,3 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie nach 724.000 Dollar oder sechs Cent je Anteilschein im Vorjahreszeitraum. Die Barreserven des Unternehmens gingen von 64,4 Millionen Dollar zu Ende Oktober 2003 auf 57,9 Millionen Dollar zu Ende Januar 2004 zurück. (tc)