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SCO klagt sich in den Abgrund

07.09.2006
Der Unix-Spezialist hat im dritten Quartal 2006 die schon enttäuschenden Vorjahreszahlen noch einmal deutlich unterboten.

In dem am 31. Juli beendeten dritten Quartal des Geschäftsjahres 2006 hat SCO 7,4 Millionen Dollar Umsatz verbucht. Das sind 21 Prozent weniger als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Der stärkste Umsatzbringer ist mit 6,2 Millionen Dollar der Bereich Product Sales gewesen, der im Wesentlichen von den Lizenzeinnahmen aus den Unix-Derivaten "OpenServer" und "Unixware" lebt. Aber auch hier gab es einen Rückgang um 22 Prozent.

Als völliger Flop hat sich die Einnahmequelle SCOsource erwiesen. Im Rahmen dieses Programms sollten Linux-Anwender sich mit Schutzgeld-Lizenzen vor juristischen Klagen freikaufen. Im letzten Quartal nahm SCO damit gerade einmal 31.000 Dollar ein.

SCOs diverse Klagen gegen Linux-fördernde Firmen reißen ein großes Loch in die Firmenkasse. Allein im letzten Quartal kosteten die Gerichtsverfahren 2,3 Millionen Dollar. Zur Deckung der Prozesskosten hat SCO schon vor einiger Zeit ein Treuhänderkonto mit einem Volumen von 1,5 Millionen Dollar eingerichtet. Das Unternehmen rechnet nun damit, weitere fünf Millionen Dollar auf das Konto überweisen zu müssen. Die Verzögerungstaktik von SCO in den Gerichtsverfahren rächt sich also.

Mit einem Fünf-Millionen-Dollar-Abzug wird die Kapitaldecke von SCO bedenklich dünn. Denn das Unternehmen verfügt jetzt noch über 14 Millionen Dollar liquide Mittel. Ende April dieses Jahres waren es noch 18,6 Millionen Dollar gewesen. Und SCO verzeichnet unverändert Verluste: Im letzten Quartal waren es 3,6 Millionen Dollar.

Insgesamt hat SCO in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs 21,9 Millionen Dollar Umsatz gemacht, im Vorjahresvergleich ein Minus von 20 Prozent. Dabei wurde ein Defizit von 12,9 Millionen Dollar angehäuft. (ls)