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SCO hat nichts gegen OpenSolaris - aber gegen Groklaw

15.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die SCO Group hat keine Einwände gegen das Vorhaben von Sun Microsystems, Solaris unter der eigenen Common Development and Distribution License im Sommer als quelloffenes "Open Solaris" herauszubringen. "Nachdem wir ihre Pläne geprüft und unsere Verträge mit ihnen untersucht haben, sind wir mit der eingeschlagenen Richtung einverstanden", erklärte SCO-Chef Darl McBride.

Alles andere wäre auch etwas verwunderlich gewesen, nachdem Sun als einer von nur wenigen Herstellern (neben Microsoft) im Februar 2003 von SCO eine frische System-V-Lizenz gekauft hatte. McBride zufolge hätte sich auch IBM das Leben mit einer solchen Transaktion leichter gemacht. "Sun ist seit langem ein großartiger Lizenznehmer", lobte McBride. "Hätten sich all unsere Lizenznehmer so verhalten, hätten wir einige Probleme nicht, die wir derzeit vor Gericht verhandeln."

Unter anderem die Community-Site Groklaw ist laut McBride dafür verantwortlich, dass sich das Lizenzprogramm "SCOsource" derzeit nur schwer an den Kunden bringen lässt. "Das Umfeld für das Verkaufen von SCOsource ist derzeit sehr problematisch", klagte der SCO-Chef im Conference Call zur Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen. SCO musste einen weiteren 22-prozentigen Umsatzrückgang auf 8,9 Millionen Dollar sowie einen Nettoverlust von drei Millionen Dollar ausweisen.

Von Einnahmen stammten gerade einmal 70.000 Dollar aus der Lizenzierung geistigen Eigentums. SCOsource war etabliert worden, um Lizenzen für Code aus Unix System V zu verkaufen, der angeblich unrechtmäßig in Linux eingeflossen ist. Das ist zwar mehr als die 20.000 Dollar aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres; im vierten Quartal 2003 hatte SCO mit den IP-Lizenzen (Intellectual Property) aber immerhin schon einmal zehn Millionen Dollar kassiert. "Das Ganze wird wohl nicht ins Rollen kommen, bevor wir nicht ein paar Prozesse gewonnen haben", konzedierte McBride. (tc)