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Schwere Zeiten für Marktforscher

15.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zeiten für Analysten und Marktforscher wie Gartner, Forrester oder IDC sind deutlich schwerer geworden - und das trotz der wieder ansteigenden IT-Ausgaben seitens der Anwender und des damit erhöhten Informationsbedarfs in Bezug auf Techniktrends. Konnten die Auguren in den späten 90er Jahren noch ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 30 Prozent einfahren, stagnieren die Einnahmen der letzten Jahre rund sechs Prozent unter dem 2001 erreichten Höchststand.

"Wir gehen von einer neuen Konsolidierungsrunde in diesem Segment aus", erklärt Louise Garnett, Vice-Präsidentin der kalifornischen Firma Outsell, wo man den Markt für Analysten analysiert. Ein erstes markantes Zeichen setzte Platzhirsch Gartner, der die viertgrößte Research-Company Meta Group für 162 Millionen Dollar übernehmen will. Aus der Fusion entsteht ein Gigant mit knapp 1 Milliarde Dollar Jahresumsatz und 47 Prozent Marktanteil. Die nächste Ankündigung ließ nicht lange auf sich warten: Datamonitor will das britische Consulting-Unternehmen Butler Group für 20 Millionen Dollar kaufen.

Dabei beurteilen die Analysten ihr eigenes Marktpotenzial durchaus positiv. So kommt eine Gartner-Statistik zu dem Schluss, dass lediglich 20 Prozent der US-amerikanischen Unternehmensanwender Forschungsergebnisse der großen Häuser erwerben würden, außerhalb der USA seien es sogar nur zehn Prozent. Hier ist laut Gartner-Chef Gene Hall noch reichlich Umsatzwachstum möglich.

Leicht wird es für die Häuser dennoch nicht, prognostiziert die Outsell-Managerin. Das größte Problem für die Marktforscher sei das Internet, wo Anwender zwar umständlich, dafür aber billiger an die gewünschten Informationen zu einem Techniktrend kämen. (ue)