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Schweizer Regulierungsbehörde nimmt Telefónica ins Visier

10.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen der Verletzung der UMTS-Lizenzauflagen will das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in den nächsten Tagen eine Untersuchung gegen 3G Mobile AG, eine Tochter von Telefónica Moviles, starten. Die spanische TK-Gesellschaft hatte im Jahr 2000 eine der vier Schweizer Lizenzen für den Mobilfunk der dritten Generation (3G) für 50 Millionen Franken erworben. Wegen der schlechten Geschäftsprognosen legte das Unternehmen aber Mitte 2002 sämtliche UMTS-Projekte außerhalb Spaniens auf Eis. Damit zeichnete sich bereits ab, dass Telefónica die an die Schweizer Konzession geknüpften Bedingungen nicht einhalten kann. Bis Ende 2004 hätte der spanische Konzern mit einem eigenen UMTS-Netz mindestens 50 Prozent der Bevölkerung erreichen können. Tatsächlich habe Telefónica aber nicht eine einzige UMTS-Antenne auf Schweizer Boden aufgestellt, behauptete der ehemalige Bakom-Vorstand Marc Furrer in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "L'Agefi".

Mit dem Ablauf des vergangenen Jahres kann das Bakom nun auch formell gegen diese Konzessionsverletzung vorgehen. Wahrscheinliches Resultat ist die Rückgabe der Lizenz an den Staat. Telefónica hegt allerdings noch Hoffnungen, die Konzession samt dazu gehörigen Mobilfunkspektren an einen anderen Netzbetreiber verkaufen zu können. (mb)