iZettle

Schweden wollen deutsche Smartphones zu Kassen-Geräten machen

31.10.2012
Einsteck-Kartenleser für Smartphones sind der aktuelle Hit im Geschäft mit neuen Bezahlsystemen - derzeit sprießen in Deutschland die Anbieter wie Pilze aus dem Boden. Ein harter Preiskampf um Kunden deutet sich an.
iZettle aus Schweden drängt nun auch auf den deutschen Markt für Smartphones und Tablets als Kassensysteme.
iZettle aus Schweden drängt nun auch auf den deutschen Markt für Smartphones und Tablets als Kassensysteme.
Foto: iZettle

Auf dem deutschen Markt für mobile Bezahlsysteme wird es immer enger: Auch der schwedische Anbieter iZettle will hierzulande Smartphones und Tablets zu Kassen-Geräten machen. Mit Hilfe von Einsteckmodulen sollen auch kleine Dienstleister und Händler günstig Kartenzahlungen anbieten können. In Deutschland sind in diesem Geschäft bereits Anbieter wie Streetpay, Payleven oder SumUp aktiv. Das schwedische Unternehmen iZettle war 2011 zunächst in Großbritannien, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark gestartet und hat inzwischen rund 75.000 Nutzer.

Zum Start in Deutschland sind 25.000 einsteckbare Kartenlesegeräte kostenlos verfügbar, kündigte iZettle am Dienstag an. Als Partner wurden die DZ Bank und die Deutsche Telekom gewonnen. Das werde iZettle helfen, das Vertrauen der Menschen in Deutschland zu gewinnen, sagte Gründer und Chef Jacob de Geer der Nachrichtenagentur dpa. "Wir haben den Einstieg in Deutschland lange vorbereitet, weil es ein großer und wichtiger Markt für uns ist." Er rechne damit, dass auf lange Sicht nicht alle Anbieter im Geschäft bleiben können. Für iZettle sprächen die Erfahrung und eine hohe Sicherheit des Dienstes: "Unser größter Konkurrent ist der Bargeld-Euro", gab sich de Geer selbstbewusst.

Pro Transaktion werden bei iZettle 2,75 Prozent des bezahlten Betrags fällig. Jetzt schon kommt ein Preiskampf unter den Anbietern in Gang: Auf diesen Wert hatte wenige Tage zuvor auch der deutsche Konkurrenz Payleven seine Gebühren gesenkt - von zuvor 9 Cent plus 2,95 Prozent des Betrags. Konkurrent SumUp will ebenfalls 2,75 Prozent und Rivale Streetpay sogar nur 1,90 Prozent.

Als einen entscheidenden Vorteil sieht iZettle die Möglichkeit, auch die Chips der Karten auszulesen und PIN-Bezahlung anzubieten. Das kann inzwischen auch Payleven, eine Firma aus dem Umfeld der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet der Gebrüder Samwer. Das Trio übernimmt häufig Geschäftsmodelle aus den USA und passt sie erfolgreich an die lokalen Märkte an. Ein Beispiel ist der Mode-Shop Zalando. De Geer sieht iZettle dennoch durch die größere Erfahrung gegen die Samwer-Konkurrenz im Vorteil: "Wir sind in einer extrem hart regulierten Branche aktiv, und es ist etwas ganz anderes, als einen Schuh-Shop aufzubauen."

Pionier des Geschäftsmodells mit den Einsteck-Kartenlesern ist die US-Firma Square des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey. Square wurde 2009 gegründet und ist laut Medienberichten auf dem Weg, jährlich Zahlungen von rund acht Milliarden Dollar umzuschlagen. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen durch eine Partnerschaft mit der Kaffeehauskette Starbucks. Square soll beim Starbucks-Einstieg mit 3,25 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Auch Square nimmt eine Gebühr von 2,75 Prozent des Betrags und startete jüngst die internationale Expansion mit der Einführung des Dienstes in Kanada. (dpa/tc)