IT intim - Was CIOs akut beschäftigt

Schwächen im RZ haben mich nervös gemacht

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Dominik Spannheimer, CIO der Tyczka Totalgaz GmbH, hat rechtzeitig zum Start des Saisongeschäfts die interne IT neu geordnet.

CW: Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, damit startet die heiße Saison für einen führenden Flüssiggas-Energieversorger. Ist Ihre IT für den jährlichen Kundenansturm gerüstet?

Dominik Spannheimer, CIO der Tyczka Totalgaz GmbH
Dominik Spannheimer, CIO der Tyczka Totalgaz GmbH

Spannheimer: Wir haben die letzten Arbeiten an unseren drei umfassenden Infrastrukturprojekten rechtzeitig Ende September abschließen können. Wichtig war mir die Härtung unseres Rechenzentrums. Die alte Einrichtung hatte einige Schwächen, die mich etwas nervös gemacht haben, immerhin steht man als Verantwortlicher mit einem Bein im Gefängnis, wenn etwas passiert. Zum Glück gab es in der Vergangenheit keine größeren Störungen, die auf Mängel im Server-Raum zurückgingen.

Es gab Ausfälle an anderen Stellen, unter anderem hat ein Bagger während der Jahresabrechnung ein Stromkabel gekappt, und ein Blitzeinschlag streckte unsere USV nieder, weil wir keinen Überspannungsschutz hatten. Zum Glück hatten wir ausreichend Gelegenheit, die Server kontrolliert herunterzufahren. Auf jeden Fall wurden meine Sorgenfalten im Lauf der Zeit immer tiefer.

Den Server-Raum haben wir nun komplett erneuert und gehärtet. Für den redundanten Betrieb gibt es ein zweites kleines Data-Center in einem anderen Gebäude. Alle Hardwaresysteme stehen in Lampertzschränken. Das sind verkettete Systeme für Einschübe im 19-Zoll-Format, die klimatisiert sind und eine Brandmeldeanlage sowie Monitoring-Anlage integrieren.

Im Notfall verschicken sie potenzialfrei Warnmeldungen per E-Mail, SMS und sonstigen Diensten. Im direkten Zusammenhang mit dieser Neuinstallation steht das zweite große Projekt zur Virtualisierung der Server. Die alten Rechner hätten wir nicht im neuen Rechnerraum untergebracht. Mit der Virtualisierung sparen wir Platz und Energie. 70 Prozent der alten Server haben wir durch Dell-Rechner der Equalogics-Serie ersetzt. Mit diesen Maßnahmen haben wir nun eine Ausfallsicherheit von 99,999 Prozent.

Besonders wichtig für unser Hauptgeschäft, das ab Oktober stark anzieht, ist der reibungslose Betrieb unserer Servicezentren in Geretsried bei München und Leipzig. Hier darf es keine IT-bedingten Engpässe geben, wenn am Tag mehrere tausend Kunden anrufen, um Gas zu bestellen. Da wir eine VoIP-Anlage betreiben und Kundenbetreuer parallel zu ihren Gesprächen im DMS-System sowie mit Outlook und SAP arbeiten, muss ausreichend Bandbreite zur Verfügung stehen.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Performance-Problemen am zentralen Switch. Nun haben wir von einer Stern- auf eine Ring-Topologie umgestellt und drei weitere Core-Switches integriert. Zudem haben wir, wo dies möglich war, Lichtwellenleiter eingezogen, so dass wir für den erwarteten Kundenansturm gewappnet sind. (jha)