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Schwaches Bild bei nordischen Dienstleistern

22.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie des größten nordeuropäischen IT-Dienstleisters TietoEnator ist nach einem 18-prozentigen Gewinnrückgang um mehr als zehn Prozent gefallen. Auch für den Mitbeweber Ementor ging es um 4,5 Prozent bergab. TietoEnator verdiente im Ende März abgeschlossenen ersten Quartal 24,2 Millionen Euro, 17,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen wuchsen zwar um 7,3 Prozent auf 408,1 Millionen Euro, doch waren Zukäufe für 23 Millionen Euro vom Gesamtumsatz verantwortlich. Das organische Wachstum betrug gerade ein Prozent. An der Stockholmer Börse gab die Aktie des im finnischen Espoo ansässigen Unternehmens daraufhin um 25 auf 213 Schwedenkronen nach.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging in fünf von sechs Sparten der operative Gewinn zurück. Am schlimmsten beutelte es den Bereich Banking und Insurance, wo das EBIT um 31 Prozent auf 4,9 Millionen Euro fiel. Positiv stand allein Telecoms and Media mit einem EBIT-Plus von 23,8 Prozent auf 15 Millionen Euro da. Auf dem finnischen Heimatmarkt gingen die Einnahmen auf 189 Millionen Euro (46,3 Prozent der Gesamterlöse) zurück. Die zahlreichen Zukäufe in Deutschland (unter anderem ITB, SESA, adfincon und Inveos) erbrachten hierzulande ein Umsatzwachstum von neun auf 24 Millionen Euro.

TietoEnator erklärte, die Ausgaben für IT-Dienstleistungen in der nordischen Region erholten sich nur langsam, außerdem gebe es einen harten Preiskampf um große Abschlüsse. Für dieses Jahr will der Konzern Wachstum mit neuen Outsourcing-Deals sowie durch weitere Zukäufe erreichen.

Ementor legte ebenfalls keinen guten Start ins Jahr 2005 hin und wies für sein ersten Quartal einen operativen Verlust von 77,9 Millionen Norwegischen Kronen (umgerechnet 12,5 Millionen Dollar) aus im Vergleich zu 7,3 Millionen NOK Gewinn im Vorjahresquartal. Die Einnahmen gingen im Jahresvergleich um 24,3 Prozent auf 971,9 Millionen NOK zurück.

Noch härter traf es das Kerngeschäft Produktvertrieb, in dem der Umsatz um 30,1 Prozent fiel (aber immer noch 57,9 Prozent der gesamten Erlöse ausmachte). Der Beratungsumsatz fiel um 25,3 Prozent auf 213,9 Millionen NOK, im Servicegeschäft gab es immerhin ein 9,1-prozentiges Wachstum auf 225,8 Millionen NOK. Ementor hat bereits eingestanden, dass es der Firma an strategischem Fokus mangele, und leidet unter seinem komplexen Geschäftsmodell. Den vier Outsourcing-Sparten fehle "kritische Masse, Skalierbarkeit und die nötige Effizienz", hieß es. Man werde Maßnahmen einleiten, "um den Schwund an Cash und Geschäftswert einzudämmen". In der Folge will das Unternehmen das Ausmaß seiner Aktivitäten reduzieren. (tc)