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Management aktiv gestalten

Schritte in die Hybrid Cloud

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Viele Anwender sind gleichsam in die Hybrid Cloud gestolpert, ohne es richtig zu bemerken. Damit sind Management-Aufgaben entstanden, die nun aktiv übernommen werden sollten. Das mahnen Analysten an.
Foto: Lightspring, Shutterstock.com

Nordische Mythologie, Katholizismus, Bluthochdruck senken und Hunde erziehen – alles das kann man mittlerweile mit Büchern aus der Reihe „… für Dummies" lernen. Fast vergessen ist angesichts der ubiquitären Lebenshilfe zwischen Buchdeckeln, dass die verlegerische Erfolgsgeschichte einst mit „DOS for Dummies" in den USA begann. Vor vielen Jahren war das: in der gefühlten IT-Steinzeit ohne Fenster, als ohne DOS nichts ging. Konsequenterweise gibt es inzwischen auch ein Buch mit dem Titel „Hybrid Cloud for Dummies". Es weist den unausweichlich erscheinenden Weg in die hybride Cloud. Ratschläge dafür sind gewiss von Nöten, weil viele Anwender in den Mischmasch aus Private Cloud und Public Cloud eher stolpern denn planvoll marschieren.

In der Welt für Dummies gibt es demgegenüber einen Plan, wie sich in fünf gut abgemessenen Schritten in die Hybrid Cloud wandern lässt. Erstens sollte man die aktuelle IT-Strategie konsequent durchdenken, raten die Autoren. Zweitens sei es geboten, sich die Zukunft in drei bis fünf Jahren auszumalen, wenn die eigene IT-Welt vermutlich zum Teil aus eigener Infrastruktur, zum Teil aus Services aus der privaten und der öffentlichen Wolke besteht. Drittens solle man evaluieren, was genau es alles an Angeboten in der Cloud gibt, viertens einen strategischen Plan für die Hybrid Cloud entwerfen. „Gehen Sie dabei immer vom Wissen und der Expertise aus, die in ihrem Unternehmen bereits vorhanden sind", so Judith Hurwitz, Marcia Kaufman, Fern Halper und Dan Kirsch. „Eine gute Idee ist es auch, die wichtigsten strategischen Partner in den Prozess einzubinden." Zu berücksichtigen seien die Problemfelder Sicherheit, Datenschutz und Governance, ehe Schritt Nummer Fünf an der Reihe ist: die Planung der Implementierung.

Anleitung in fünf Schritten

Eine sicherlich brauchbare Anleitung insoweit für diejenigen, die planvoll ihre ersten Schritte in diese Richtung machen können. Die Fragen, die aktuelle Studien von Forrester Research beleuchten, adressieren eine problematischere Wirklichkeit. Demnach sind viele Anwender längst mittendrin in der Hybrid Cloud, ohne jemals gerade dahin bewusst aufgebrochen zu sein. Die Situation dieser Firmen: Man verfügt über eigene IT-Ressourcen, nutzt zudem Dienste in der Wolke und möglicherweise sogar Services, die von Hosting Providern erbracht werden.

Wie Forrester-Analyst James Staten in seinem Blog darlegt, stehen die Anwender vor der Herausforderung zu entscheiden, zu welchem Grad der Data Center-Betrieb auf diese drei Ebenen zu verteilen ist. Hosting kann im Rahmen, den Staten aufzeigt, durchaus als Zwischenschritt auf dem Weg in die Wolke interpretiert werden. Die Unterschiede werden beispielsweise manifest bei den Operationen: Anders als im eigenen Rechenzentrum gibt es beim Hosting etwas Automatisierung und Standardisierung, in der Cloud jede Menge. Dort sind die Workloads fixiert, eine Optimierung ist für Einzelfälle und Gruppen möglich. Bei Hosting herrscht demgegenüber eine hohe Variabilität vor, im eigenen Haus sogar ein Extremmaß. Das kann seine Vorzüge haben. Dennoch geht Staten davon aus, dass im Benchmark auf Sicht die Cloud unschlagbar ist. „Man kann von den Clouds lernen, aber nicht mit ihnen mithalten", so der Analyst.

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