Demotivierte Mitarbeiter

Schlechte Noten für die Chefs

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Das Engagement in den Unternehmen geht zurück, besagt eine aktuelle Studie von Hewitt Associates. Die Berater haben vier Verbesserungsvorschläge.
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hweEs ist nicht gut bestellt um die Loyalität und die Motivation der Mitarbeiter in europäischen Unternehmen. Nur 16 Prozent der Firmen konnten in den vergangenen beiden Jahren das Mitarbeiterengagement steigern - Tendenz sinkend, so das Ergebnis der international arbeitenden Personal-Management-Beratung Hewitt Associates.

Befragungsergebnisse als Datenfriedhof

Am Feedback der Mitarbeiter mangelt es nicht. 85 Prozent der Unternehmen haben ihre Belegschaft in den letzten beiden Jahren befragt und hätten aufgrund des Feedbacks handeln können, um das Mitarbeiterinteresse zu erhöhen, so Hewitt Associates.

Die Studienautoren beobachten, dass Unternehmen mit starkem Mitarbeiterengagement auf das Feedback ihrer Angestellten mit konkreten Maßnahmen reagieren. In Firmen mit weniger Leidenschaft fungieren die Rückmeldungen als Datensammlung, die man pro forma macht.

Knapp die Hälfte der Unternehmen hat signifikant an Mitarbeiterengagement verloren. Das ist der stärkste Rückgang seit 15 Jahren.

Die Experten geben in der Studie vier Empfehlungen ab, wie sich das Engagement der Beschäftigten verbessern lässt.

  1. Chefs in die Verantwortung nehmen: Wenn Programme als Antwort auf Mitarbeiterbefragungen aufgelegt werden, liegt die Verantwortung für die Umsetzung bei den direkten Führungskräften.

  2. Beschäftigte einbinden: Mitarbeiter und Führungskräfte gehen als Team die identifizierten Problemfelder an und erarbeiten gemeinsam Lösungen.

  3. Wirksame Maßnahmen zuerst: Konsequenzen als Antwort auf die Feedbacks müssen für Mitarbeiter schnell sichtbar sein. Deshalb sollten zuerst diejenigen Vorschläge umgesetzt werden, die für die Mitarbeiter im Arbeitsalltag am wichtigsten sind.

  4. Früher Dialog: Unternehmen sollten früh versuchen, Mitarbeiterbedürfnisse und -erwartungen zu verstehen, und kontinuierlich dranbleiben.

Für die Studie "Zukunft des Mitarbeiterengagements" hat die Personal-Management-Beratung Hewitt Associates 150 Unternehmen in Europa befragt.