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Schlaganfallpatienten entwickeln Aspirin-Resistenzen

27.02.2008
Von pte pte
Neben der Anwendung als Schmerzmittel wird Aspirin auch vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt. In einer Kontrollstudie haben Forscher der University of Buffalo http://www.buffalo.edu/ herausgefunden, dass Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, eine Aspirin-Resistenz entwickelten. Aspirin schützt Herzinfarkt- wie Schlaganfallpatienten vor erneuten Thrombosebildungen in den Arterien.

"In dieser Studie konnten wir feststellen, dass 80 Prozent der 653 Probanden, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, Aspirin-sensitiv und 20 Prozent Aspirin-resistent waren", erklärt der Francis M. Gengo, Wissenschaftler an der UB School of Medicine and Biomedical Sciences http://www.smbs.buffalo.edu in den USA. "Patienten, die einen zweiten Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten, zeigten bis zu 80 Prozent eine Aspirin-Resistenz", ergänzt Gengo.

Fast zeitgleich wurde eine weitere Studie zum Thema Aspirin bei Infarktpatienten veröffentlicht. Die Forscher, die bei 20 Studien eine Metaanalyse durchführten, kamen zum Ergebnis, dass vor allem Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung, Patienten mit Diabetes und jene, die bereits einen "Mini-Infarkt" hatten, gegen Aspirin immun waren. Zudem haben besonders jüngere Herzinfarktpatienten ein besonders hohes Risiko Resistenzen gegen Aspirin zu entwickeln. Einen Zusammenhang zwischen Aspirin-Resistenzen, Bluthochdruck sowie hohem Cholesterin konnten die Forscher aber nicht feststellen. "Wenn ein Patient einen Schlaganfall mit 50 erleidet, so leidet dieser an einer schlimmeren Gefäßerkrankung als ein Patient der erst mit 70 einen Schlaganfall bekommt", meint Gongo.

"Aspirin ist bei Herzinfarktpatienten Standard und wird niedrig dosiert verabreicht", erklärt Gerald Maurer, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin II im AKH Wien, im Gespräch mit pressetext. "Bei Magenproblemen kann Aspirin verschrieben werden, doch ist es zu empfehlen, dies gemeinsam mit einem Magenschutz einzunehmen", ergänzt Maurer. (pte)