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Schlag gegen Diebe von elektronischen Identitäten

19.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Polizei in der Ukraine ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen: Die Behörden konnten einen Mann verhaften, der maßgeblich am Handel mit gestohlenen elektronischen Identitäten beteiligt gewesen sein soll. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wirft man Dmitro Ivanovich Golubov vor, unter dem Online-Decknamen "Script" am Aufbau der Plattform "Carderplanet" mitgeholfen zu haben.

Über Carderplanet hatten vor allem osteuropäische und russische Kriminelle sensible persönliche Informationen gehandelt, die sie von Online-Banken, deren Kunden, E-Commerce-Seiten oder Regierungsbehörden gestohlen hatten. Die Daten wurden in speziellen Foren angeboten. Die Organisation war im letzten Jahr zerschlagen worden, die Strafbehörden in den USA setzen aber ihre Ermittlungen gegen Drahtzieher und ehemalige Mitglieder fort. Schätzungen zufolge sollen bis zu 7000 Personen zwischen 2001 und 2004 an Carderplanet beteiligt gewesen sein.

Im Juni 2005 erst hatte sich ein 22jähriger Texaner in England schuldig bekannt, im Zusammenhang mit Carderplanet Betrug und Geldwäsche begangen zu haben. In einem Fall hatten ihm russische Hacker via Instant Messaging Kontonummern samt der dazugehörigen PINs geschickt. Diese lud der Mann auf Blankokarten, mit denen er anschließend an Bankautomaten Bargeld abhob. Insgesamt sollen auf diese Weise etwa 11,4 Millionen Dollar verschwunden sein. (ave)