Aruba oder Meru im Visier

Schielt Juniper nach WLAN-Anbietern?

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Der Netzausrüster Juniper Networks interessiert sich einem Bericht der Financial Times zufolge angeblich für die Wireless-LAN-Spezialisten Aruba und Meru Networks.

Die Wirtschaftspublikation beruft sich dabei auf Informationen von einer mit der Situation betrauten Quelle sowie von zwei Analysten. Einer davon, Eric Suppiger, Analyst bei der Investment-Company Signal Hill, tippt, dass Juniper entweder Aruba oder Meru Networks kauft - jedoch nicht beide, da sie ähnliche Produkte verkauften.

Geplante Zukäufe sind laut FT-Bericht ein Grund, warum Juniper kürzlich Kevin Johnson als neuen CEO geholt hat. Der seit einer Woche amtierende Firmenchef kennt sich mit Übernahmen aus. Johnson war zuvor 16 Jahre bei Microsoft und hatte eine Schlüsselrolle bei der letztendlich gescheiterten Yahoo-Übernahme gespielt. In einem Interview anlässlich seiner Amtsnachfolge hatte der langjährige Juniper-CEO Scott Kriens erklärt, dass Johnson einen taktischen Fokus auf Akquisitionen beibehalten werde. "Johnson komme von dort, wo Juniper hin will", verwies der amtierende Chairman Kriens auf den Wachstumskurs des Redmonder Softwareriesen.

Nach der milliardenschweren Übernahme des VPN- und Firewall-Experten Netscreen im Jahr 2004 baut sich Juniper schrittweise ein Enterprise-Portfolio auf. Jüngster Baustein sind die im Januar vorgestellten Ethernet-Switches der "EX-Serie". Um mit Branchenprimus Cisco im Enterprise-Bereich konkurrieren zu können, fehle Juniper jedoch noch ein Wireless-Portfolio, so Signal-Hill-Analyst Suppiger gegenüber der FT.

Bei Analysten gilt Aruba Networks wegen seines Erfolgs im WLAN-Geschäft seit längerem als Übernahmekandidat. Angeblich soll das Unternehmen bei 80 Prozent seiner Aufträge den Marktführer Cisco ausstechen. Weiteren geschäftlichen Auftrieb könnte ein kürzlich erhaltenes Sicherheitszertifikat des US-Verteidigungsministeriums (DoD) verleihen.

Meru Networks wird ebenfalls als potenzieller Übernahmekandidat gehandelt. Der von Venture-Capital-Gebern unterstützte Anbieter ist seit einiger Zeit auf Suche nach neuem Kapital und zieht dabei laut FT-Bericht auch einen Börsengang in Erwägung - Voraussetzung sei jedoch ein freundlicher IPO-Markt.

Weitere Übernahmen wären im von Cisco dominierten Enterprise-WLAN-Geschäft nicht überraschend. Das Segment befindet sich schon seit einiger Zeit auf Konsolidierungskurs, da sich zu viele Player um die nach wie vor relativ geringen Umsätze streiten: Im Juni hatte der auf Kupfer- und Glasfaserkabel spezialisierte Hersteller Belden den WLAN-Pionier Trapeze für 133 Millionen Dollar übernommen. Im vergangenen Monat erwarb außerdem HPs ProCurve-Sparte Colubris, um Draft-N-Technologie einzukaufen.