RAAD-Studie

Schatten-IT ist ein Risikofaktor

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Große Teile der Unternehmensprozesse werden durch Anwendungen abgedeckt, die nicht zur zentralen IT-Strategie passen. Das führt unter Umständen zu inkonsistenten Daten.
Foto: Fotolia, T. Trojanowski

Besonders erfolgreiche Organisationen verfolgen eine zentrale IT-Strategie - und sie halten sie konsequenter durch als Unternehmen mit negativem Wachstum und schlechter Rendite. Auf diesen Nennen lässt sich eine Erkenntnis bringen, die das Marktforschungsunternehmen RAAD aus seiner Studie "Fast growing, high profit companies - IT-Strategien erfolgreicher Unternehmen" gezogen hat.

Definiton High Performer

Nach Auslegung von RAAD sind "High Performer" Unternehmen, deren durchschnittliches Umsatzwachstum mehr als 15 Prozent beträgt beziehungsweise die eine Rendite von 12,5 Prozent überschreiten. Solche Organisationen bauen gegenüber anderen weniger Insellösungen und Schatten-IT-Systeme in den Fachbereichen auf, folgen also eher einer zentralen Strategie.

Offenbar ist ein geringer Anteil an Fachbereichslösungen ein Faktor für Geschäftserfolg.
Offenbar ist ein geringer Anteil an Fachbereichslösungen ein Faktor für Geschäftserfolg.
Foto: RAAD

Im Rahmen der Studie fragte RAAD - in Kooperation mit SAP, MT AG und anderen Partnern - 138 Führungskräfte in deutschen Unternehmen, wie hoch sie den Anteil der Prozesse einschätzen, der mit individuellen Anwendungen in den Fachbereichen unterstützt wird. Demnach gibt es auch in den erfolgreichen Unternehmen ein hohes Maß an Insellösungen und Schatten-IT: Jeder zweite Befragte aus dieser Gruppe schätzt den Anteil der nicht durch die zentrale IT abgedeckten Prozesse auf mehr als 25 Prozent. 13 Prozent gaben sogar an, jede zweite Lösung falle in diese Kategorie.

Die weniger erfolgreichen Unternehmen haben noch mehr mit diesem Phänomen zu schaffen. Hier ist der Anteil derjenigen, die mit "mehr als 50 Prozent" antworteten, 34 Prozent. "Dies zeigt, dass die IT der Low Performer weniger Zugriff auf die Prozessgestaltung der Fachbereiche hat, was wiederum ein fehlender Erfolgsfaktor sein kann." So die Interpretation von Cristian Wieland, Head of Analytics bei RAAD Research.

Workarounds und SaaS

Insellösungen in Fachabteilungen reichen laut RAAD von den Workarounds im Berichtswesen über die lokale Kundendatei bis zu selbstentwickelten eigenständigen Systemen oder ergänzenden SaaS-Angeboten. Ohne die Einbindung in die IT-Strategie könnten daraus "erhebliche" Risiken entstehen, so Wieland. Aufgrund fehlender Integration ins Back-end arbeiteten die Fachbereiche unter Umständen mit veralteten Daten.