Heiter bis wolkig

ScaleUp tritt gegen Amazon an

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Das deutsche Start-up ScaleUp Technologies liefert Computing-Services und Storage aus der Cloud.

Anders als Amazon vermietet ScaleUp keine reinen Server-Kapazitäten, sondern stellt den Anwendern eine Computing-Plattform inklusive Betriebssystem zur Verfügung. Hier haben Nutzer die Wahl zwischen Windows, Solaris und diversen Linux-Distributionen (etwa Debian, Ubuntu und CentOS). Basis der Plattform sind virtualisierte Server im Data Center des Anbieters, die mit Hilfe des Cloud-Betriebssystems "Applogic" von CA zu einer einheitlichen Computing-Plattform ausgebaut wurden.

Christoph Streit, CTO und Gründer von ScaleUp: Wir stellen unseren Kunden ein virtuelles und vorkonfiguriertes Rechenzentrum bereit. Bild: ScaleUp
Christoph Streit, CTO und Gründer von ScaleUp: Wir stellen unseren Kunden ein virtuelles und vorkonfiguriertes Rechenzentrum bereit. Bild: ScaleUp
Foto: ScaleUp

Die Management-Software soll sicherstellen, dass in virtuellen Umgebungen verteilte Applikationen reibungslos betrieben und wie eine logische Einheit verwaltet werden können. ScaleUp vermietet die konfigurierten Rechner inklusive Basis-Services wie Firewall, Lastverteilung, VPN und File-Server. "Wir stellen unseren Kunden ein virtuelles und vorkonfiguriertes Rechenzentrum bereit", betont Christoph Streit, Chief Technology Officer und Mitgründer von ScaleUp, die Unterschiede zum Amazon-Dienst. Das entlaste Entwickler und Firmenkunden von der Pflege und Verwaltung der IT-Infrastruktur. Der Dienst ist ab sechs Cent pro CPU-Stunde zu beziehen.

Günstiger als Amazon

Scott Sanchez, Sicherheitschef bei ScaleUp: Unser deutsches Rechenzentrum erfüllt alle Anforderungen an den Datenschutz. Bild: ScaleUp
Scott Sanchez, Sicherheitschef bei ScaleUp: Unser deutsches Rechenzentrum erfüllt alle Anforderungen an den Datenschutz. Bild: ScaleUp
Foto: ScaleUp

Seit Juni dieses Jahres vermietet das Unternehmen zudem Speicherressourcen. Auch hier sucht der Anbieter den Vergleich zu Amazons "S3"-Dienst. Als wesentlichen Vorteil nennt das Start-up das eigene Rechenzentrum in Berlin. Damit, so Scott Sanchez, Security-Officer bei ScaleUp, seien die hohen Anforderungen des deutschen Rechtssystems an den Datenschutz gewährleistet.

Auch hier sieht sich das junge Unternehmen in der Kundengunst besser gerüstet als Amazon. Eigenen Angaben zufolge ist ScaleUp mit Kosten von zehn Cent pro GB und Monat günstiger als der Konkurrent. Für ausgehende Daten stellt der Provider 19 Cent pro GB in Rechnung. Anwendern des S3-Dienstes bietet ScaleUp eine entsprechende Schnittstelle, um beide Dienste miteinander zu verknüpfen.

Der Berliner Cloud-Provider hat vornehmlich Geschäftskunden mit schnell wachsenden Anforderungen an Computing- und Speicherressourcen im Blick. In der Regel sind dies Unternehmen mit Web-basiertem Kerngeschäft. Aber auch Projektteams in Großunternehmen sowie kleine und mittelständische Firmen, die ihre traditionelle IT schnell und unkompliziert erweitern möchten, zählen zur Zielgruppe.

Die Konzentration auf geschäftliche Anwender unterstreicht zudem das ergänzende Consulting-Geschäft, das derzeit als drittes Standbein von ScaleUp aufgebaut wird. Die Beratungsleistungen zu Themen wie Sicherheit und Datenschutz sowie das Risiko-Management im Cloud Computing seien herstellerneutral, beteuert Sanchez. (jha)