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SBS verlagert britische Jobs nach Indien

21.02.2006
Die britische Niederlassung der Siemens-Tochter will mehr Aufgaben Offshore erbringen.

Die britische Siemens Business Services (SBS) plant, mindestens ein Viertel der Finanzverwaltung nach Indien zu verlagern. Das Unternehmen informierte die britische Gewerkschaft Public and Commercial Services Union (PCS) über entsprechende Absichten, das meldete nun die IG Metall auf ihrer Web-Seite. Das Vorhaben befindet sich demnach in einem frühen Planungsstadium, so dass noch keine Details bekannt sind. Fest steht jedoch bereits, dass 240 Stellen im Bereich der Finanzverwaltung der britischen Sparkasse National Savings and Investments (NS&I) betroffen sein werden.

Seit 1999 betreibt SBS einige Geschäftsprozesse der britischen Sparkassen und hat zum Start der Zusammenarbeit knapp 4000 Beamte übernommen. Das Abkommen wurde im Oktober 2004 von National Savings and Investments vorzeitig um fünf Jahre verlängert, so dass der Betreibervertrag erst im Jahr 2014 endet und ein Volumen von rund 600 Millionen Euro umfasst. Der erste Vertrag wurde noch unter dem damaligen SBS-Chef Friedrich Fröschl abgeschlossen und stürzte SBS in eine finanzielle Krise. In der Bilanz 2001 tauchte das Vorhaben mit einem Fehlbetrag 192 Millionen Euro auf, kurze Zeit später musste Fröschl gehen. Mittlerweile gilt der Deal jedoch als Referenzprojekt.

Nun stellte sich bei einem Treffen zwischen der Gewerkschaft und SBS-Vertretern heraus, dass das Unternehmen zwischen 25 bis 33 Prozent der Aufgaben im Bereich NS&I nach Indien auslagern möchte, den in Großbritannien Beschäftigten im Gegensatz zu früheren Vorhaben aber nicht ausreichende Ersatztätigkeiten im Unternehmen anbieten kann. (jha)