Margenziel des IT-Dienstleisters in weiter Ferne

SBS-Chef Stodden stellt eigene Prognose in Frage

29.08.2003
MÜNCHEN (CW) - Siemens Business Services (SBS) wird im laufenden Jahr voraussichtlich ein geringeres Ergebnis ausweisen als erwartet. Das angestrebte Margenziel ist in weite Ferne gerückt und SBS-Chef Paul Stodden schließt Entlassungen nicht mehr kategorisch aus.

Im Mai hatte sich Stodden noch zuversichtlich gezeigt, das im September auslaufende Geschäftsjahr 2003 mit einem ähnlich hohen Ebit-Ergebnis abzuschließen, wie im Vorjahr. 2002 nahm der IT-Dienstleister vor Steuern und Zinsen 101 Millionen Euro ein und erzielte eine Marge von 1,7 Prozent. Diese Prognose, so räumte Stodden nun gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein, sei ihm herausgerutscht, neue Zahlen nannte er nicht. Nach den ersten neun Monaten beläuft sich das Ebit-Ergebnis auf 54 Millionen Euro und liegt damit deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 75 Millionen Euro. Die aktuelle Gewinnspanne beträgt 1,4 Prozent.

Das genügt den Siemens-Ansprüche nicht, denn für das nächsten Jahr lautet die bereits lang bekannte Vorgabe fünf bis sechs Prozent Ebit-Marge. "Wir streben dieses Ziel an, auch wenn der Markt weiter stagnieren wird", sagte Stodden. "Dann wird es zwar schwieriger, aber nicht aussichtslos." Bislang hat SBS auf Entlassungen verzichten können, doch Teilzeitarbeit, Überstundenstopp und natürliche Fluktuation haben nicht zu einer befriedigenden Auslastung geführt. Die angestrebte Marke von 85 Prozent verfehlt SBS um fünf bis zehn Prozent. Pläne für das Streichen von Stellen gibt es bislang nicht, aber: "Wenn sich der Markt nicht erholt, wird dies zunehmend schwieriger", meinte Stodden.

SBS und Stodden stehen demnächst unter direkter Beobachtung von Konzern-Chef Heinrich von Pierer, der die Verantwortung für die Unternehmenssparte Information and Communication (IC) übergangsweise von dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Volker Jung übernehmen wird. Stodden erwartet keine grundsätzliche Änderung in der Zusammenarbeit, da er sich immer eng mit von Pierer abgestimmt habe. Dennoch ist eine Strategieänderung denkbar, da von Pierer SBS im Weltmarkt als zu klein erachtet. (jha)