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Savvis-Chef in Lapdance-Bar abgezockt?

24.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Ergebnisse des dritten Quartals des Managed-Hosting-Anbieters Savvis wurden von einem Rechtsstreit überschattet. Die Kreditkartenfirma American Express hat Savvis verklagt, weil die Firma eine offene Rechnung über 241.000 Dollar nicht bezahlt hat, die Savvis-Chef Rob McCormick angeblich zusammen mit drei andere Herren im Oktober 2003 im New Yorker Topless-Club Scores verursacht hatte.

Seinen Besuch dort leugnet McCormick keineswegs, beteuert aber, der gesamte Rechnungsbetrag habe bei rund 20.000 Dollar gelegen. Eine Savvis-Sprecherin gab dazu an, man gehe fest davon aus, McCormick sei das Opfer eines Betrugs geworden. Eine Sprecherin des Scores wiederum gab an, es gebe 100-prozentige Beweise für McCormicks Indentität inklusive Fingerabdrücke. Der Manager habe mit Trinkgeld nur so um sich geworfen.

Das Scores informiert Kreditkartenfirmen regelmäßig, wenn Kunden dort mehr als 10.000 Dollar lassen. Der Club wurde allerdings schon mehrfach bezichtigt, überhöhte Rechnungen gestellt zu haben. In anderen Fällen ermittle bereits die Staatsanwaltschaft von Manhattan, schreibt "Computerwire".

Angesichts der Bilanz von Savvis erscheinen jedenfalls auch Spesen von 20.000 Dollar unangemessen: Die Firma meldete einen Nettoverlust von 13,7 Millionen Dollar bei knapp zwei Prozent Umsatzrückgang auf 166,1 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Fehlbetrag allerdings noch 32,9 Millionen Dollar betragen.

Die Sparten Managed IP VPN und Hosting konnten ihre Umsätze zwar um 25,4 und 17,2 Prozent auf 28,3 und 74,6 Millionen Dollar steigern, doch die Erlöse aus dem Verkauf anderer Netzdienste fielen um über 25 Prozent, und auch das Geschäft mit dem größten Savvis-Kunden Reuters ging um gut 20 Prozent zurück. Die Aktie des Dienstleisters fiel daraufhin um rund drei Prozent. (tc)