SavaJe: ambitioniertes Java-Unternehmen auf der Intensivstation

31.10.2006
Es begann als erfolgsversprechende Idee, es endet im Debakel. Der Symbian- und Windows Mobile-Konkurrent SavaJe, gespeist aus Millionen Dollar Wagniskapital schickte vergangene Woche seine britischen Mitarbeiter nach Hause. Dass das nicht als Betriebsausflug gewertet wird, liegt nahe.

SavaJe war die Inkarnation der Visionen und Ideen, die Java Mitte der 90er hervorbrachte: ein plattformunabhängiges Betriebssystem auf Java-Basis, das Applikationen von Drittanbietern in den Vordergrund stellt und von Netzbetreibern nach eigenen Wünschen angepasst werden kann. Leider fehlen dem jungen ambitionierten Unternehmen aus Massachusetts mit viel Wagniskapital und genialen Köpfen wie so oft die Marketingkanäle. Wie verschiedene englischsprachige Quellen vermelden, steht SavaJe jetzt am Rande seiner Existenz.

Die Mitarbeiter der Niederlassung in Cambridge, UK seien Ende vergangener Woche mit ihren Notebooks als Entschädigung für ausgebliebene Lohnzahlungen nach Hause geschickt worden - bis sich der Staub gelegt hat, sagt man. Übrig von der strahlenden Ideenwelt bleiben einige Millionen Zeilen Quellcode, knapp 140 arbeitssuchende Entwickler und streitende Kapitalgeber, darunter namhafte VCs wie Investcorp, Ridgewood Capital und RRE Ventures, die sich um die Kuchenkrümel der schätzungsweise 71 Millionen US-Dollar streiten, die sie ins SavaJe OS investierten. Auch Netzbetreiber engagierten sich bei SavaJe, die prominentesten sind T-Mobile, Vodafone und Orange. Die Mitte 2004 angekündigte Allianz aus vielen großen Netzbetreibern gegen Symbian und Windows Mobile kann de facto für gescheitert erklärt werden.

Inhalt dieses Artikels