Volker Raupach, Johnson Controls Automotive Experience

Saturn - auf dem Weg in die Umlaufbahn

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Volker Raupach, Vice President IT Europe bei Johnson Controls Automotive Seating, hat mit dem Projekt "Saturn" ein Prozess-Reengineering umgesetzt.

Neben seiner Verantwortung für die europäische IT der Product Group Complete Seat hat Volker Raupach noch einen "Neben-Job": Als Projekt-Manager zeichnet er auch für die IT-Transformationsprojekte von Johnson Controls Automotive Seating verantwortlich. In diesen Bereich fällt ein Vorhaben, das im vergangenen Jahr auf einem der ersten drei Plätze in der Kategorie "Global Exchange Award" des Wettbewerbs "CIO des Jahres" landete.

Unter dem Namen "Saturn" hat der Automobilzulieferkonzern vor zwei Jahren ein umfassendes und globales Prozess-Reengineering in Angriff genommen. Im Rahmen des Programms sollen die operationalen Prozesse für alle Produktgruppen und Standorte weltweit analysiert und optimiert werden. Ziel war ein Prozess-Template, das in SAP Business Suite 6.0 und anderen Software-Applikationen abgebildet wird und schließlich in mehr als 200 Werken in etwa 30 Ländern auf vier Kontinenten eingeführt werden soll.

Als Raupach 2008 über Rütgers Automotive und Computer Sciences Corp. (CSC) zu Johnson Controls stieß, wurde der neue Vice President IT Europe, Africa & South America gebeten, ein breit angelegtes Change- und Transformations-Projekt aufzusetzen. Es sollte weit über eine IT-Optimierung hinausreichen und zunächst einmal die Geschäftsprozesse angehen.

Der Stand des Projekts

Nach dem derzeitigen Stand des Vorhabens gefragt, berichtet Raupach nicht ohne Stolz, dass "die wesentlichen Schritte des Erneuerungsprojekts eingeleitet" seien. Abgeschlossen habe das Team sowohl das Re-design der operativen Prozesse als auch die Implementierung eines globalen SAP-Templates, das vier Fünftel der funktionalen Anforderungen erfülle. Sogar die Piloteinführung in Werken mehrerer Produktgruppen (inklusive Just-in-Time-Anbindung an die entsprechenden Geschäftspartner) sei bereits gelungen, erklärt Raupach.

Für jede prozessuale Veränderung und jede IT-Maßnahme lasse sich heute schon ein unmittelbarer qualitativer Nutzen benennen, so Raupach weiter. Die Einführung der prozessunterstützenden Software in allen Niederlassungen werde allerdings noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen.

Weitere Vorhaben

Neben Saturn verantwortet Raupach bei Johnson Controls noch andere IT-Transformationsprojekte. Dazu zählt das integrierte Forecasting (im SAP-Jargon Business Planning and Consolidation oder kurz: BPC). Auch mit den Themen Product-Lifecycle- Management (PLM) und Application-Lifecyle-Management ist der europäische IT-Chef derzeit befasst.

Diese Projekte spiegeln das Themenspektrum wider, das Raupach mit seinen Management-Aufgaben abdeckt - vom Produkt bis zur Vertriebsunterstützung. Nicht zuletzt seine enge Orientierung an den Geschäftsprozessen hat die CIO-des-Jahres-Jury bewogen, den 49-jährigen auch unter die zehn besten CIOs in der Kategorie Großunternehmen zu wählen.

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