Web

 

Sasser-Urheber gefasst - die Virengefahr bleibt

10.05.2004

Der am Freitag in Niedersachsen festgenommene mutmaßliche Urheber des Internet-Wurms "Sasser" (Computerwoche.de berichtete) muss sich voraussichtlich wegen Computersabotage vor Gericht verantworten und mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren sowie Schadensersatzforderungen in unbekannter Höhe rechnen. Zwar habe Sasser keine Daten vernichtet, jedoch für Produktionsausfälle gesorgt, indem infizierte PCs nicht mehr stabil laufen, heißt es bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Verden.

Der 18-jährige Berufsfachschüler mit Berufsziel Wirtschaftsinformatiker wollte eigenen Angaben zufolge ein Antiviren-Tool erstellen. Erst durch computerbegeisterte Mitschüler angespornt habe er sich zur Programmierung des Wurms entschlossen. Zur Ermittlung des Verdächtigen trugen Informanten aus dem Umfeld des Schülers bei, die anonym bleiben wollen. Sie haben sich mit Sascha Hanke, Datenschutzbeauftragter von Microsoft Deutschland, in Verbindung gesetzt. Beobachter der Virenschreiber-Szene gehen davon aus, dass Microsoft 250.000 Dollar aus dem im November 2003 eingerichteten fünf Millionen schweren Programm "Anti-Virus Reward" (Computerwoche.de berichtete) an die Tippgeber ausschütten wird. Hanke bestätigte auf einer Pressekonferenz am Samstag jedoch lediglich, dass der Fonds existiert. Ob auch bei der Fahndung nach dem Sasser-Urheber Geld im Spiel war, ist bislang nicht

bestätigt.

Vor weiteren Schäden durch Sasser schützt die Ergreifung des Urhebers nicht, warnen Experten. Der Wurm sei immer noch äußerst aktiv. Wer seinen Windows-Rechner noch nicht abgesichert hat, solle unverzüglich den von Microsoft zur Verfügung gestellten Patch einspielen. Der Hersteller bietet außerdem ein Removal-Tool und eine Anleitung zum Entfernen des Schädlings an. Schutz gegen sich selbst verbreitende Würmer bietet eine Firewall - nicht nur im Firmennetz, sondern auch auf Home-PCs, sagen Experten.

Der 18-Jährige Niedersachse, der sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß befindet, steht zudem in Verdacht, auch für die Freisetzung des Wurms "Netsky" verantwortlich zu sein. (lex)