Software-Experte über RISC und Unix

SAS-Präsident Goodnight: IBMs RS6000 bleibt immer proprietär

12.10.1990

AUCKLAND (IDG) - Zum Thema RISC-Standard äußerte sich Jim Goodnight, Präsident der SAS Institute Inc. mit Sitz in Cary/North Carolina, kürzlich gegenüber der IDG-Schwesterpublikation "Computerworld New Zealand": Für einen Industriestandard kommen, so der Software-Unternehmen, nur die Chips von Sun und Mips in Frage; IBMs RISC-Prozessor RS6000 werde immer proprietär bleiben.

Wie Goodnight prophezeit, wird Unix das dominierende System der 90er Jahre - nicht etwa wegen irgendwelchen systemspezifischer Vorteile gegenüber anderen Betriebssystemen, sondern wegen seines Vorsprungs im Workstation-Bereich, wo sich die Hersteller "nun einmal für Unix entschieden" hätten. Die ständige Leistungssteigerung und die wachsende Marktdurchdringung der RISC-Rechner wiederum rühre von dem Bedarf der Anwender an grafischen Benutzer-Schnittstellen her.

Allerdings gibt es laut SAS-Präsident Goodnight in der Welt des zahlenmäßig reduzierten Befehlscodes lediglich zwei, überlebensfähige" Prozessoren, nämlich den Sparc-Prozessor von Sun und den RISC-Chip von Mips. "Das sind die einzigen Bewerber für einen herstellerunabhängigen Industriestandard, konstatiert der Amerikaner, "IBMs RS6000 wird immer proprietär bleiben, der 68K von Motorola hingegen ist zu klein und kommt zu spät."

Eine mangelhafte Standardisierung könnte sich nach Ansicht des Softwarespezialisten als Hemmschuh für die Unix-Verbreitung erweisen. Zwar sei das von SAS Institute vertriebene SAS System" größtenteils portabel; doch schlügen Maintenance, Support-Training und Qualitätssicherung immer noch mit einer halben Million US-Dollar pro Jahr und Hardwareplattform zu Buche. Investitionen in dieser Höhe, so befürchtet der SAS-Chef, stellen möglicherweise eine Barriere für die Entwicklung weiterer Unix-Anwendungen dar.