SAPs CRM soll dem Vertrieb gefallen

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Mit neuer Oberfläche will der Konzern Oracle und Microsoft ausstechen.

Bisher konnte SAP vor allem mit Backend-Prozessen überzeugen. Für bedienerfreundliche, ansprechende und leicht anpassbare Frontends waren die Walldorfer indes nicht bekannt. Mit der nächsten Version von SAP CRM hingegen will der Konzern auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit bei Anwendern punkten. Hier zu investieren scheint angebracht, denn in der Vergangenheit waren zahlreiche CRM-Projekte unterschiedlicher Hersteller zum Scheitern verurteilt, weil den Fachanwendern aus dem Vertrieb die Benutzerführung nicht zusagte.

Web 2.0 lässt grüßen

CRM 2007 präsentiert sich dem Anwender mit einem an moderne Web-Oberflächen angelehnten Frontend. Das "Nova" getaufte Design gestattet es, Menüs und Internet-Inhalte wie etwa RSS-Feeds oder andere Web-Dienste beliebig anzuordnen. Jeder Anwender kann sich Menüansichten, die wichtigsten Kunden, anstehende Aufgaben sowie Berichte einrichten sowie Suchanfragen zwecks Wiederverwendung speichern.

Das Leitthema hinter CRM 2007 war, die Integrationsfähigkeit der Business Suite mit einer komplett neuen Oberfläche zu verbinden, so der Hersteller. "Wer eine Web-Seite bedienen kann, sollte auch mit dieser CRM-Software klarkommen", behauptet Produkt-Manager Stefan Hänisch. Die Software stützt sich auf Netweaver 7.0 (vormals Netweaver 2004s) und folgt der Produktphilosophie "Enterprise SOA". Auf Grundlage von Softwarediensten sollen sich CRM- und ERP-Systeme von SAP enger und mit weniger Aufwand verbinden lassen.

Doch SAP hat nicht nur Oberflächenkosmetik betrieben, sondern auch die Funktionen ausgebaut. Beispielsweise verfügt die Applikation nun über ein Modul für "Pipeline and Performance-Management". Dies hatte der Hersteller bisher nur optional angeboten. Verkäufer können damit die Vertriebschancen (Opportunities) ihren Zielen im Quartal gegenüberstellen.

Ausgebaut wurde ferner das Reporting. In die CRM-Lösung integrierte Berichtsfunktionen gestatten es dem Nutzer, direkt aus der CRM-Datenbank heraus Kunden- und Vertriebsdaten auszuwerten und die Ergebnisse grafisch anzuzeigen. Diese Komponente hatte SAP speziell für die CRM-Umgebung entwickelt.

SAP liefert CRM 2007 demnächst an eine dreistellige Zahl ausgewählter Kunden aus ("Ramp-up"), bevor es dann voraussichtlich im zweiten Quartal 2008 auf den Markt kommt.

Eine Reihe von Anbietern überarbeitet ihre CRM-Software. Der Bedarf an zusätzlichen Funktionen steigt. Gartner prognostiziert diesem Produktsegment ein Plus von zehn Prozent für Softwarelizenzen und Wartung im kommenden Jahr, was deutlich über dem Wachstum von ERP- und SCM-Applikationen liegt.

Mit Argusaugen wird Oracle beobachten, was SAP mit der neuen CRM-Software auf die Beine stellt, denn der Rivale will ebenfalls 2008 erste CRM-Bausteine der "Fusion Applications" ausliefern. Zudem hatte der Datenbankprimus mit Siebel den schärfsten internationalen CRM-Wettbewerber der SAP übernommen.

(fn)