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SAP zeigt sich von Oracles Herausforderung unbeeindruckt

16.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während sich Oracles Larry Ellison nach der Übernahme von Peoplesoft glücklich schätzt, mit SAP in einen Technologie-Wettbewerb zu treten (Computerwoche.de berichtete), zeigt sich der Walldorfer Softwarehersteller davon gänzlich unbeeindruckt. Auf einer Investoren-Konferenz äußerte sich SAP-Vertriebsvorstand Leo Apotheker wenig überzeugt von der künftigen Strategie des Konkurrenten. So hatte er für die Produkt-Roadmap Oracles, die darauf abzielt, die besten Teile aus den Oracle-, Peoplesoft- und J.D.Edwards-Applikationssuiten in ein Produkt mit dem Arbeitstitel "Fusion" zu schmieden, nur Spott übrig: "Ich bin nicht sicher, ob "Fusion" der richtige Begriff ist, vielleicht sollte es besser "Konfusion" heißen." Bislang habe es noch niemand geschafft, drei verschiedene Code-Plattformen in eine einzige zu überführen. Als Beispiel nannte er Microsofts Probleme aus eigenem Code und den Zukäufen Navision, Great Plains und Solomon eine neue Plattform zu entwickeln. "Das wurde verschoben und meines Erachtens werden sie diese Strategie ändern", so Apotheker.

Wenig überraschend konstatierte der Vertriebsvorstand seinem Unternehmen einen signifikanten Technikvorsprung gegenüber Oracle. Als wichtige Faktoren nannte er hier SAPs Integrationsplattform "Netweaver" und die Fortschritte bei der Umsetzung einer Enterprise Services Architecture (ESA). SAP sei wegen des Oracle-Peoplesoft-Mergers nicht beunruhigt. "Wir stehen mit Oracle im Wettbewerb, aber das tun wir schon seit 20 Jahren - und das sehr erfolgreich", gab sich Apotheker zuversichtlich. In der Tat konnte SAP im vergangenen Jahr von der durch die lange Übernahmeschlacht ausgelösten Verunsicherung im Markt profitieren und als einziger großer Business-Softwareanbieter ein zweistelliges Wachstum verzeichnen. (rg)