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SAP-Zahlen leiden unter schwachem Dollar

22.01.2004
Wäre der Euro nicht so stark, hätte der Walldorfer Softwarekonzern für 2003 ein echtes Rekordergebnis abgeliefert. Die Prognose für 2004 macht Hoffnung auf einen Branchenaufschwung.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem die SAP AG bereits am 13. Januar vorläufige Zahlen veröffentlicht hatte (Computerwoche online berichtete), kommt ihre heutige Bilanz für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2003 kaum mehr überraschend. Für das Q4 weist der Walldorfer Konzern ein Ergebnis von 423 Millionen Euro oder 1,36 Euro pro Aktie aus im Vergleich zu 474 Millionen Euro oder 1,52 Euro je Anteilschein im Vorjahreszeitraum. Der Quartalsumsatz betrug 2,2 Milliarden Euro und lag damit drei Prozent unter Vorjahr, Währungseffekte durch die Dollarschwäche herausgerechnet wären die Einnahmen um vier Prozent gestiegen. Das Lizenzgeschäft ging dabei um drei Prozent auf 931 Millionen Euro zurück, ohne die negativen Währungseffekte wäre der Umsatz hier um 3,5 Prozent gestiegen.

Im Gesamtjahr 2003 erzielte SAP ein Betriebsergebnis von 1,7 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als im Vorjahr und das beste operative Resultat in der Unternehmensgeschichte. Das operative Pro-forma-Ergebnis wuchs sogar um zwölf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte SAP von 509 Millionen Euro oder 1,63 Euro pro Aktie auf 1,1 Milliarden Euro oder 3,48 Euro je Anteilschein mehr als verdoppeln, auch dies ist ein neuer Rekord. Das Pro-forma-Konzernergebnis beträgt aktuell 1,2 Milliarden Euro oder 3,84 Euro pro Aktie nach 964 Millionen Euro oder 3,08 Euro je Anteilschein im Jahr 2002. Seinerzeit belasteten Wertberichtigungen von Commerce One in Höhe von 297 Millionen Euro die Ergebnisse.

Die operative Marge und operative Pro-forma-Marge konnte SAP gegenüber dem Vorjahr um drei beziehungsweise vier Prozent auf 25 respektive 27 Prozent steigern. Die Lizenzeinnahmen gingen im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zurück, ohne die Dollarschwäche wären sie um ein Prozent gestiegen. In den USA konnten die Walldorfer ihre Lizenzeinnahmen in Dollar gerechnet um 23 Prozent steigern. Auch bei der Profitabilität habe man in den Vereinigten Staaten eine Trendwende geschafft, hieß es.

Den Jahresumsatz für 2003 beziffert SAP mit sieben Milliarden Euro, fünf Prozent unter den 7,4 Milliarden Euro aus dem Vorjahr. Währungsbereinigt wären die Einnahmen um drei Prozent gestiegen. m Vergleich zu den vier größten Mitbewerben konnte SAP nach eigener Rechnung seinen Marktanteil weiter steigern. Dieser betrug demnach zu Ende Q3 und Q4/2003 58 und 59 Prozent im Vergleich zu 51 Prozent Ende 2002. Weiter geht die SAP davon aus, dass sie anhand der Lizenzumsätze auf Basis vier rollierender Quartale inzwischen größter Anbieter von CRM-Software (Customer Relationship Management) ist.

Ausgesprochen optimistisch fällt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr aus. Die SAP geht hier von einer Steigerung der Softwarelizenzumsätze von zehn Prozent gegenüber 2003 aus. Die Pro-forma-operative Marge (ohne Berücksichtung der Kosten für Aktienvergütung und Akquisitionskosten) soll nochmals um einen Prozentpunkt steigen, unterm Strich soll damit ein operative Pro-forma-Ergebnis von 4,20 bis 4,30 Euro pro Aktie herauskommen. Für den Ausblick wurde ein Wechselkurs von 1,25 Dollar/Euro zugrunde gelegt. "Wir gehen davon aus, dass sich im Jahr 2004 der bereits in der zweiten Jahreshälfte 2003 gezeigte Trend fortsetzen wird: Unsere Kunden investieren wieder verstärkt in Software. Unsere Auftragspipeline ist gut", zitiert die Pressemitteilung zur Jahresbilanz den Vorstandsvorsitzenden Henning Kagermann.

Unabhängig vom Ergebnis teilte SAP ferner mit, es habe seine Marktposition bei Mittelstandslösungen ausgebaut. Die Zahl der weltweiten Partner für die Mittelstandslösung "Business One" habe sich im letzten halben Jahr verdoppelt; derzeit betreuten 420 Partner über 2500 Kunden. Auch die Zahl der Partner für "mySAP All-in-One" sei gleichzeitig um fast fünfzig Prozent gewachsen, diese betreuten mittlerweile rund 4600 Anwender. Das im Herbst vergangenen Jahres zunächst in Deutschland gestartete Partnerprogramm für Business One wird nun global aufgelegt. Ziel des "Business One Solution Partner Programms" ist die Entwicklung von Zusatzlösungen rund um SAPs Einstiegslösung. (tc)