ERP-Software und SaaS

SAP will Verwaltungskosten von Business ByDesign drücken

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der Konzern muss das Miet-ERP-System Business ByDesign weiterentwickeln. Um den Aufwand für die Administration im SAP-Rechenzentrum zu senken, arbeitet SAP daran, dass geplante Multi-Tenancy-Modell umzusetzen.

Derzeit verkauft der Hersteller das Produkt "Business ByDesign zwar, mit einer breiten Vermarktung ist nicht vor 2010 zu rechnen (siehe auch "Was wird aus Business ByDesign?"). Ein Grund für die Verzögerung sind die noch hohen Verwaltungskosten innerhalb des SAP-Rechenzentrums. Im Augenblick stellt SAP für jeden ERP-Mieter ein dediziertes Blade-System bereit. Einerseits kostet die Hardware Geld, andererseits verursacht sie Administrationskosten und erschwert es SAP, Kundenumgebungen kostengünstig mit zusätzlicher Rechnerleistung zu versorgen, wenn deren Anforderungen steigen. Dass die Produkteinführung bisher kein Meisterstück war, hat auch die Konzernspitze eingesehen (siehe "SAP-Chef räumt bei Business ByDesign Fehler ein").

Mehrere Firmen auf einem Blade

Nun soll vieles besser werden: Künftig wird es nach SAP-Angaben möglich sein, die Softwareumgebungen von mehreren Anwenderunternehmen auf einem Blade abzubilden ("Multi-Tenancy"), um die Betriebskosten zu senken sowie um für eine für SAP wirtschaftliche Skalierbarkeit der Mietsoftware zu ermöglichen. Der Multi-Tenancy-Ansatz ist keine neue Idee, sondern Teil der Produktphilosophie von Business ByDesign, der sich bisher aber noch nicht in die Tat umsetzen ließ (siehe auch "Ein Blick unter die Haube").

Eine hohe Leistung ist erforderlich, da bei Transaktionen neben der Bearbeitungszeit auch immer die Latenzzeit bei der Netzübertragung zwischen SAP-Rechenzentrum zum Anwender hinzukommt. Im Augenblick liegt nach Firmenangaben die durchschnittliche Antwortzeit von Business ByDesign bei 1,6 Sekunden.

Eine weitere Neuerung soll es Firmen erlauben, ihre geschäftliche Situation einzuschätzen. Hierzu hat SAP ein auf Excel basierendes Rating-Werkzeug entwickelt, mit der Unternehmer auf Grundlage der im ERP-System vorliegenden Geschäftsdaten ein Basel-II-Rating anfertigen können. Der "Basel-II-Monitor" gehört zum Lieferumfang des Feature Pack 2.0, das SAP in zwei Wochen freischalten will.

Eine weitere Entwicklung, die aber noch nicht existiert, zielt darauf ab, eine zentrale Stammdatenverwaltung zu ermöglichen. SAP will auf diese Weise Kunden ermöglichen, eine Business-ByDesign-Umgebung in eine im eigenen Haus installierte ERP-Lösung zu überführen.

SAP zufolge nimmt die Bereitschaft von Firmen zu, Geschäftssoftware zu mieten, die im Rechenzentrum eines IT-Anbieters läuft. Auch andere Unternehmen aus der Softwarebranche beschäftigen sich mit SaaS-Angeboten (siehe auch "SaaS-Markt in Deutschland").

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