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SAP will seine Mobile Engine separat anbieten

28.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP wird seine mobile Middleware künftig in direkter Konkurrenz zu Spezialanbietern in diesem Bereich anbieten. Der zuständige Vice President Manfred Mücke erklärte gegenüber "Computerwire", die Mobile Engine solle ab Ende März Kernbestandteil des Integrations- und Applikations-Frameworks "Netweaver" werden.

Sicher werde das System vor allem SAP-Kunden ansprechen, Mücke kann sich aber vorstellen, dass auch andere Anwender mit Bedenken um die Zuverlässigkeit der Mobil-Spezialanbieter die Technik nutzen. Viele von diesen hätten schwer unter der Krise der vergangenen zwei Jahre gelitte, und es sei unklar ob sie längerfristig finanziell abgesichert seien. "Ich setze auf ihre Technik, aber kann ich sicher sein, dass sie morgen auch noch da sind", fragt der SAP-Mann.

Mücke sieht die moible Middleware nicht nur als integralen Bestandteil von SAPs Portfolio, sondern teilweise sogar als Motiv für Upgrades von Backend-Systemen. Es habe durchaus schon Nicht-SAP-Shops gegeben, die allein wegen der Out-of-the-box-Mobilfunktionen SAP CRM angeschafft hätten. Allerdings nutzen erst rund 60 von insgesamt 19.000 SAP-Anwendern die Mobile Engine, die meisten (rund 80 Prozent) davon vor allem für Asset-Management.

Das soll sich aber mit einer klar definierten Roadmap für das Produkt ändern. Laut Mücke erlaubt die Software eine Verlängerung aller Arten von Backend-Systemen - nicht bloß derer von SAP - auf mobile Endgeräte. "Kunden wollen eine vorkonfigurierte Lösung, bei der ein entsprechend eingestelltes Gerät sich direkt ins Backend einklinkt", so der SAP-Manager. Die Mobile Engine besteht aus einer J2EE-basierenden (Java 2 Enterprise Edition) Middleware-Komponente und einer Ablaufumgebung für die Endgeräte, die auch ein Arbeiten ohne aktive Netzverbindung gestattet. (tc)