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SAP will Jobs nach Prag verlagern

07.10.2004
Die SAP AG will einen Teil der Verwaltungsaufgaben ihrer europäischen Landesgesell-schaften in Prag zusammen-ziehen. Ein Arbeitsplatzabbau im großen Stil oder die Verlagerung ganzer Abteilungen sind nicht geplant.

Die SAP AG will einen Teil der Verwaltungsaufgaben ihrer europäischen Landesgesellschaften in einem Shared Service Center in Prag zusammenziehen. Von der Konzentration sind nach Angaben von Pressesprecher Herbert Heitmann insbesondere Teile der Finanz- und der Personalverwaltung betroffen. Im Zuge dieses Prozesses sollen auch administrative Aufgaben aus dem deutschen Firmensitz in Walldorf abwandern. Diese Verwaltungsfunktionen würden derzeit identifiziert.

Heitmann betonte, dass die SAP keinen Arbeitsplatzabbau im großen Stil plane und auch nicht die Verlagerung ganzer Abteilungen angestrebt werde. Vielmehr handele es sich um eine Konzentration bestimmter Aufgaben, die in anderen Regionen wie den USA und Asien bereits stattgefunden habe. Aussagen der IG Metall, die in Walldorf 1300 Arbeitsplätze gefährdet sieht, seien falsch. Es werde interne Umbesetzungen und voraussichtlich in geringem Umfang Entlassungen geben, andererseits habe SAP aber angekündigt, in diesem Jahr weltweit 2500 und davon in Deutschland 500 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

"SAP ist kein deutsches, sondern ein globales Unternehmen", sagte Heitmann. Die Mehrheit der Beschäftigten komme nicht aus Deutschland. Prag sei nicht nur aus Kostengründen als idealer Standort für das übergreifende Shared Service Center identifiziert worden - auch in Hinblick auf die großen Chancen, die Osteuropa in den nächsten Jahren bieten werde, sei die tschechische Hauptstadt attraktiv. (hv)