Enterprise Support

SAP verschiebt Entscheidung über höhere Wartungsgebühren

02.12.2009
Der Softwarekonzern SAP will in diesem Jahr nicht mehr über höhere Wartungsgebühren entscheiden.
SAP-Chef Léo Apotheker
SAP-Chef Léo Apotheker

Wie der Walldorfer DAX-Konzern am Dienstag mitteilte, sollen erst Anfang 2010 die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe des Unternehmens und Anwendervereinigungen veröffentlicht werden. Damit beweise das Unternehmen, dass es die Bedenken der Kunden und den Druck auf deren IT-Budgets in der aktuellen Wirtschaftskrise ernst nehme, schreibt der Konzern in seiner Mitteilung.

Der Softwareanbieter hatte die höheren Wartungsgebühren mit erweiterten Leistungen begründet, wegen Kundenprotesten von der geplanten Preisanhebung aber zunächst Abstand genommen. SAP-Chef Léo Apotheker hatte dann aber vor wenigen Tagen nochmals die höheren Preise für mehrere tausend Unternehmen deutlich verteidigt. Die Servicepauschale sei zehn Jahre lang stabil gehalten worden. "Inzwischen ist der Kostendruck zu hoch geworden."

Die Deutsche SAP-User-Group DSAG geht angesichts des Walldorfer Rückziehers sogar davon aus, "dass es für 2010 keine weiteren Erhöhungen geben wird". Da die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Einfluss auf alle Support-Angebote der SAP hätten, seien auch Änderungen beim Standard Support zu erwarten. Kunden, die sich aktuell im Entscheidungsprozess hinsichtlich ihres Support-Modells befinden, sollten daher aus Sicht der DSAG die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abwarten.

Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware hatte in den vergangenen Monaten mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen zu kämpfen. Apotheker verordnete dem Softwarekonzern daraufhin ein striktes Sparprogramm, mehr als 3700 Stellen wurden gestrichen. Derzeit hat SAP weltweit 47.800 Arbeitsplätze. (dpa/tc)