"Börse Online"

SAP verschärft Sparkurs

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SAP-Finanzchef Luka Mucic hat einem Medienbericht zufolge via interner Rundmail die Führungskräfte des Konzerns zu erhöhten Sparanstrengungen aufgefordert.

SAP verschärft sein Sparprogramm. "Alle Neueinstellungen sind bis 2015 zurückzustellen", verfügte Finanzvorstand Luka Mucic in einer internen Rundmail an Führungskräfte vom 1. Oktober. Zudem seien alle Dienstreisen "ohne direkten Kundenbezug" oder "der Einsatz externer Dienstleister" zu stoppen, erklärte Mucic in dem vertraulichen Schreiben, aus dem "Börse Online" zitiert.

Luka Mucic, Herr über die Finanzen der SAP SE
Luka Mucic, Herr über die Finanzen der SAP SE
Foto: SAP / Wolfram Scheible

Mucic begründet dies demnach mit dem Überschreiten von Zielvorgaben. "Wir haben Euch im vergangenen Juli gebeten, innerhalb der Budgets und der entsprechenden Ziele beim Personal zu bleiben." Bedauerlicherweise gebe es jedoch weiterhin ein "unrealistisches Einstellungsverhalten in unterschiedlichen Geschäftsbereichen". Insgesamt weise das SAP-interne Planungssystem derzeit konzernweit rund 4000 offene Stellen aus. Damit würden die Etatvorgaben "überschritten". Angesichts dessen habe der Vorstand nun ein konkretes Maßnahmenpaket beschlossen, das mit "sofortiger Wirkung" in Kraft trete.

Ein SAP-Sprecher habe die Sparmaßnahmen gegenüber "Börse Online" bestätigt, heißt es weiter. Auslöser des verschärften Sparkurses seien neben den unerwartet hohen Kosten offenbar auch Sorgen um eine Eintrübung des Geschäfts. "Die Pipeline für das vierte Quartal liegt bislang hinter den Erwartungen", heiße es aus Walldorf. SAP macht traditionell gut 40 Prozent des Neugeschäfts zum Jahresende.

Die SAP-Aktie war in den vergangenen Wochen bereits spürbar unter Druck geraten. Investoren zeigten sich zuletzt vor allem besorgt über den hohen Preis, den das Unternehmen für die geplante Übernahme des US-Softwarehauses Concur hinblättern will. Auch intern ist die Übernahme umstritten. "Viele Mitarbeiter", heißt es aus Walldorf, "halten den Kaufpreis für viel zu hoch, vor allem, weil wir längst eine eigene Cloud-Lösung zur Reisekosten-Abrechnung im Angebot haben."