Beteiligungsmanagement

SAP verkauft Teile von Business Objects

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Die Walldorfer trennen sich von Produkten und Mitarbeitern, die sich mit dem Beteiligungscontrolling beschäftigen. Über 150 Großunternehmen in Europa sind betroffen.
Mit Hilfe von Software für das Beteiligungsmanagement vereinen und ordnen immer mehr Konzerne ihre Anteile und Tochterunternehmen, um Anforderungen vom Gesetzgeber zu erfüllen.
Mit Hilfe von Software für das Beteiligungsmanagement vereinen und ordnen immer mehr Konzerne ihre Anteile und Tochterunternehmen, um Anforderungen vom Gesetzgeber zu erfüllen.
Foto: zetVisions

Mit der Übernahme des Spezialisten für Business Intelligence, Business Objects, hatte SAP auch Software und Knowhow für das Beteiligungsmanagement erworben. Letzteres vereint alle operativen und verwaltenden Aufgaben, die ein Konzern im direkten Umfeld seiner Unternehmensbeteiligungen zu erfüllen hat, und ist meist mit der Konzernkonsolidierung verknüpft. Neben Stammdaten werden in solchen Systemen auch Transaktionsdaten zu den Beteiligungen verwaltet und die Beteiligungsstrukturen abgebildet. Zudem werden aus dem System heraus gesetzliche Meldungen generiert.

Business Objects hatte hierfür die Produkte "Business Objects Cosmos" und dessen Nachfolger "BusinessObjects Insighter" angeboten. Diese stammten ursprünglich vom französischen Spezialisten für Corporate Performance Management (CPM) Cartesis, den Business Objects im April 2007 gekauft hatte. Nach offiziellen Angaben haben rund 150 Großunternehmen in Europa die Software im Einsatz. In Deutschland sollen es 40 Kunden sein, darunter Siemens, das sein komplettes Beteiligungsportfolio (Tochtergesellschaften) über die Software verwaltet.

SAP holte sich Konkurrenz ins Haus

Zugleich unterhält aber SAP bereits seit einigen Jahren eine weltweite Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaft mit dem Heidelberger Softwarehaus zetVisions, das sich seit rund zehn Jahren auf das Beteiligungsmanagement spezialisiert hat. Dessen Software "Corporate Investment Manager" basiert auf SAP Netweaver Technik und überschneidet sich funktional stark mit dem Angebot von Business Objects. Zudem gibt es Familienbande. So sind die Hauptinvestoren von zetVisions keine Geringeren als die SAP-Gründer Dietmar Hopp und Claus Tschira.

Um daher nach dem Kauf von Business Objects keine Konkurrenzsituation entstehen zu lassen, vereinbarten beide Unternehmen im Juni, zetVisions die Betreuung der Produkte und Kunden zu überlassen. Mit der heutigen Ankündigung folgt nun der Verkauf für eine nicht genannte Summe an zetVisions. Anwender werden künftig über Tochtergesellschaften in Paris und Brüssel betreut, die zuvor zu Business Objects gehörten. Leiter der Abteilung wird Pascal Lardinois, der mit Cartesis zu Business Objects kam.