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SAP-Upgradestrategie in der Schweiz

28.10.2010 | von RAAD Research
Fast zwei Drittel der SAP-Bestandskunden in der Schweiz haben bisher ihre SAP-Systeme auf den modernen ERP-Standard gebracht und im vergangenen Jahr die Anzahl der R/3-Systeme drastisch reduziert. Trotz des recht hohen Anteils liegen die eidgenössischen SAP-Kunden damit deutlich hinter vergleichbaren Unternehmen aus Österreich und Deutschland zurück.
Foto: RAAD

Im Rahmen einer in diesem Jahr durchgeführten Befragung von RAAD bei SAP-Bestandskunden in der Schweiz wurde nach dem Einsatz der gängigen SAP-Produkte gefragt. Hierbei ist festzustellen, dass der Migrationstrend zu SAP ERP in den vergangenen 12 Monaten deutlich langsamer vorangeschritten ist. Im Vergleich zu 2009 hat sich die Einsatzquote lediglich um drei Prozentpunkte erhöht. Trotz deutlicher Zurückhaltung bei Modernisierungsprojekten im Krisenjahr 2009 ist der R/3-Einsatz in der Schweiz innerhalb des letzten Jahres um 24 Prozentpunkte gesunken.

Hier zeigt sich ein gängiges Migrationsmuster: viele Unternehmen fahren R/3 und SAP ERP noch eine Zeitlang im Parallelbetrieb. Sind alle Prozesse auf die neue Software migriert worden, wird R/3 danach zügig abgeschaltet. Im Vergleich zu Deutschland wird die SAP Business Suite in der schweizerischen Zielgruppe gut angenommen (vgl. 15 Prozent Deutschland zu 22 Prozent in der Schweiz). Prinzipiell ist der Bedarf für die Funktionalitäten vorhanden.

In 2011 werden über 70 Prozent der schweizerischen Kunden SAP ERP 6.0 betreiben

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Bei den SAP ERP-Produkten ist das Hauptrelease aktuell ERP 6.0, welches bei insgesamt 55 Prozent der befragten Unternehmen zum Einsatz kommt. Zu erwarten ist, dass diese Entwicklung zu ERP 6.0 in 2010 wieder anzieht und in 2011 fortgesetzt wird. Grund hierfür ist, dass die Bestandskunden in der Schweiz vornehmlich in die Modernisierung – sprich Migration – ihrer SAP-Systeme investieren und zwar deutlich mehr als in 2009. So planen insgesamt noch 17 Prozent aller schweizerischen SAP-Kunden in diesem und im nächsten Jahr die Modernisierung ihrer Systeme, was immerhin 40 Prozent der verbleibenden R/3-Anwender betrifft. Können die kommunizierten Planungsvorhaben, inkl. der Releasewechsel von ERP 5.0, realisiert werden, so kann davon ausgegangen werden, dass SAP ERP 6.0 die Grenze von 70 Prozent in 2011 deutlich überspringen wird.

Neue SAP-Funktionen werden nachgefragt

Da mittlerweile große Teile der gesamten weltweiten SAP-Bestandskundschaft in 2010 das dritte produktive SAP ERP 6.0 Jahr hinter sich bringen, werden funktionale Erweiterungen in der Bestandskundschaft wahrscheinlicher. Belegt wird dies auch dadurch, dass knapp 5 Prozent der SAP-Kunden in der Schweiz in neue SAP-Komponenten und Module investieren wollen.

Über RAAD Research

RAAD Research erstellt Marktstudien und Analysen im Umfeld von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. Die relevanten Markttrends in Bezug auf Softwaresysteme, Infrastruktur und IT-Dienstleistungen werden durch empirische Marktforschung auf wissenschaftlich fundierter Basis ermittelt, analysiert und verständlich aufbereitet.

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