Wartungs-Monopoly

SAP und Oracle treiben die IT-Preise hoch

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
IT ist Commodity, die Kosten sinken auf breiter Front. Nur zwei Anbieter leisten tapfer Widerstand: Oracle sowie in erster Linie SAP stemmen sich gegen den Preisverfall - mit Erfolg.

Die IT-Beratung Lexta hat gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) einen IT-Trendreport (PDF) zur Kostenentwicklung in der IT veröffentlicht. Demnach sei in den kommenden Monaten im IT-Betrieb unter der Voraussetzung konstanten Volumens mit einem Rückgang der Aufwendungen zu rechnen. Der Index liegt laut Lexta derzeit mit einem Wert von minus 24,5 Punkten klar im negativen Bereich, was signalisiert, dass die befragten Experten einen Preisrückgang erwarten. Prozentual gewichtet dürfte der Rückgang der IT-Kosten bis März 2009 nach Angaben des Beratungsunternehmens bei etwas über drei Prozent liegen.

Immerhin - summa summarum sinken die Preise für IT.
Immerhin - summa summarum sinken die Preise für IT.
Foto: ZEW/LEXTA

Bezüglich der einzelnen Kostenkomponenten geht die Mehrheit der befragten IT-Fachleute davon aus, dass die Betriebspreise in der Bürokommunikation bis zum Frühjahr 2009 sinken werden: Der Teilindex für Bürokommunikation, der sich aus den beiden Komponenten Arbeitsplatzsysteme sowie E-Mail und Internet-Zugang zusammensetzt, liegt bei minus 17,9 Punkten. Dabei wird sich dieser Preisnachlass den Erwartungen zufolge auf etwa zwei Prozent belaufen. Einen noch niedrigeren Wert hat der Teilindex für das Rechenzentrum (Speicher und Server): Er liegt bei minus 57,6 Punkten. Die Preise für den Rechenzentrumsbetrieb würden bis März 2009 um rund 8,5 Prozent sinken, so Lexta. So weit, so gut.

Der Trend zu sinkenden IT-Preisen wird indes durch die Preisentwicklung im Umfeld von Datenbanken und SAP-Anwendungen abgebremst. Der Teilindex, der diese Preisentwicklung bis März 2009 widerspiegelt, weist einen Wert von (plus) 15,9 Punkten auf. Nach Einschätzung der Befragten werden die Preise in diesem IT-Segment um fast zwei Prozent steigen. Auch dieser Teilindex besteht wiederum aus zwei Komponenten. Die erste Komponente umfasst die Betriebspreise von Datenbanken pro Datenbankinstanz und nimmt einen Wert von per Saldo 0,5 Prozent an. Die zweite Komponente, welche die Preisentwicklung für SAP-Anwendungen pro aktivem Anwender in den kommenden zwölf Monaten widerspiegelt, liegt mit einem Wert von per Saldo 17,9 Prozent der IT-Experten, die mit steigenden Preisen rechnen, deutlich darüber.

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