TomorrowNow

SAP und Oracle sehen sich im Juni vor Gericht wieder

29.02.2012
SAP muss sich im Sommer erneut für den Datenklau beim Erzrivalen Oracle verantworten.
TomorrowNow gibt es längst nicht mehr - der Streit zwischen SAP und Oracle dauert allerdings an.
TomorrowNow gibt es längst nicht mehr - der Streit zwischen SAP und Oracle dauert allerdings an.

Richterin Phyllis Hamilton setzte den ersten Termin im Revisionsverfahren für den 18. Juni an. Es gebe keinen Grund, den Prozess länger hinauszuzögern, erklärte sie am späten Dienstag im kalifornischen Oakland. Auch SAP war daran gelegen, die Geschichte rasch aus der Welt zu schaffen.

Der Rechtsstreit geht damit in sein fünftes Jahr, nachdem Oracle die im vergangenen Jahr zugebilligte Schadenersatz-Summe zu niedrig war. Eine Jury hatte dem US-Softwarekonzern 1,3 Milliarden Dollar zugesprochen, Richterin Hamilton empfand den Betrag jedoch als "extrem übertrieben" und stutzte ihn auf 272 Millionen Dollar. Daraufhin entschied sich Oracle, das Verfahren neu aufzurollen.

Die Verfehlungen, um die es geht, liegen lange zurück. Die Mitarbeiter der 2005 übernommenen und mittlerweile geschlossenen SAP-Tochterfirma TomorrowNow hatten im großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Die Staatsanwaltschaft von San Francisco kam bei ihren Ermittlungen auf mindestens 6249 Fälle und brummte SAP eine Strafe von 20 Millionen Dollar auf, die die Deutschen auch klaglos zahlten.

SAP hat die Verfehlungen längst eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Die Deutschen sind zudem grundsätzlich bereit, Oracle den Schaden zu ersetzen. Doch scheiden sich die Geister an der Höhe der gerechten Wiedergutmachung: SAP bietet Millionen, Oracle verlangt Milliarden. Die beiden Firmen sind scharfe Konkurrenten bei Geschäftssoftware und Datenbanken. (dpa/tc)