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SAP und IBM wegen Kartellverstößen in Ungarn bestraft

19.06.2006
Für Absprachen bei Ausschreibungen für Projekte der öffentlichen Hand in Ungarn sollen die Unternehmen eine Geldstrafe zahlen. SAP will in Berufung gehen.

SAP, IBM und der ungarische IBM-Partner International System House Kft (ISH) sind von der ungarischen Wettbewerbsbehörde (GVH) zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sie sollen im Jahr 2004 ein heimliches Kartell gebildet haben, um im Land öffentliche Aufträge bei Universitäten und Krankenhäusern zu gewinnen. Um an Projekte im Wert von insgesamt 13 Milliarden Forint (rund 47 Millionen Euro) zu kommen, hätten die verurteilten Unternehmen die Angebote so gestaltet, dass mindestens eine der drei Firmen den Zuschlag erhielt. Außerdem seien der Wortlaut der Ausschreibung beeinflusst und mit Hauptwettbewerbern Verhandlungen geführt worden. Die Strafe für SAP und IBM beläuft sich auf 690 Millionen Forint (2,5 Millionen Euro). ISHs Strafe beläuft sich auf 130 Millionen Forint. SAP wollte sich zum Inhalt des Verfahrens gegenüber der COMPUTERWOCHE nicht äußern, kündigte aber an in Berufung zu gehen. (fn)